13 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Land will Industriestandort Brunsbüttel stärken

Wirtschaft Land will Industriestandort Brunsbüttel stärken

In Brunsbüttel rücken Politik, Gewerkschaft und Unternehmen zusammen. Der Standort soll zukunftssicher gemacht werden. Jetzt trafen sich Vertreter zu einem ersten industriepolitischen Forum.

Voriger Artikel
Verein wirbt für Genossenschaft
Nächster Artikel
Wirtschaftssenator warnt vor Arbeitsplatzverlust auf See

Am Montag findet in Brunsbüttel eine Konferenz zur Zukunft des Industriestandortes Brunsbüttel statt.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Brunsbüttel. Die Landesregierung in Kiel will den Industriestandort Brunsbüttel stärken. „Wir brauchen zukunftsfähige Ansätze, um ihn langfristig wettbewerbsfähig zu halten“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Montag. Unter anderem könne in Schleswig-Holsteins größtem Industriegebiet gezeigt werden, dass erneuerbare Energien und ihr Einsatz in der energieintensiven Industrie gut zusammenpassen. In Brunsbüttel haben sich mittelständische und internationale Unternehmen der Chemie- und Mineralölwirtschaft, Energieerzeuger und Speditionen angesiedelt.

Vom Brunsbütteler Industriegebiet hängen rund 12 500 Arbeitsplätze ab. Das seien zumeist gesicherte Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen und Einkommen, sagte der DGB-Vorsitzende Uwe Polkaehn. „Das ist in der Region in diesem Ausmaß einzigartig.“

„Schleswig-Holstein braucht diese Region: Tourismus alleine reicht nicht aus“, erklärte Albig. Arbeitsplätze in industriell geprägten Regionen seien sicherer als in Regionen mit Dienstleistungsbetrieben.

Damit Schleswig-Holsteins größtes Industriegebiet weiterhin stark bleibt, sind nach Ansicht der Unternehmen unter anderem eine zukunftsfähige Hinterlandanbindung des Brunsbütteler Hafens sowie des Industrieparks notwendig. Die ansässigen Unternehmen fordern von der Politik schon lange bessere Verkehrsanbindungen — unter anderem die Autobahn 20 mit der Elbquerung bei Glückstadt sowie einen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke nach Brunsbüttel. „Bis alles fertig ist, wird sicher ein Jahrzehnt vergehen“, sagte Albig.

Eine weitere Forderung der örtlichen Unternehmen ist eine nachhaltige Energieversorgung. „Am Standort herrscht ein hoher Bedarf an einer gesicherten Gasversorgung, die derzeit nicht dauerhaft unterbrechungsfrei gedeckt werden kann“, sagte der Sprecher der Werksleiterrunde, Frank Schnabel.

Nach Angaben von Albig macht sich die Landesregierung stark für den Bau eines Flüssiggas-Terminals in Brunsbüttel. „Neben der Windenergie ist das Flüssiggas LNG eine der Ressourcen der Zukunft“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Neben der Energieversorgung von Industrie und Schifffahrt schaffe das LNG-Terminal Möglichkeiten zur überregionalen und unabhängigen Stromlieferung.

„Unser Land ist ein Energie-Land, ein Umweltschutz-Land und ein Tourismus-Land, es ist aber auch ein Industrie-Land“, sagte Albig. Die Landesregierung bekenne sich zum Industrie-Standort Schleswig-Holstein, nicht nur zu dem in Brunsbüttel. Minister Meyer kündigte einen landesweiten industriepolitischen Kongress noch in diesem Jahr an.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3