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Möbel Brügge will maßvoll wachsen

Neumünster Möbel Brügge will maßvoll wachsen

Neue Herausforderungen, weitere Expansionspläne und ein rundes Jubiläum: Das Familienunternehmen Möbel Brügge mit Sitz in Neumünster gehört neben Dodenhof (Kaltenkirchen) und Möbel Kraft (Bad Segeberg) zu den großen drei Vollsortimentern der Branche in Schleswig-Holstein.

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Möbel auf 20 000 und Küchen (links) auf 4000 Quadratmetern: Möbel Brügge gehört damit zu den großen Vollsortimentern in Schleswig-Holstein.

Quelle: Möbel Brügge

Neumünster. „Wir feiern mit unseren Kunden in diesem Jahr das 150-jährige Bestehen und sehen im weiteren Umsatzwachstum die größte Herausforderung“, sagt Philip Brügge.

 Der 38-jährige Geschäftsführer leitet in sechster Generation gemeinsam mit seinem Vater Thomas (64) das Familienunternehmen, das mit einer kleinen Tischlerei und „einigen Möbelstücken“ startete. Etwa 30 Millionen Euro Jahresumsatz, 150 Mitarbeiter, 25000 Quadratmeter Fläche, ein Ertrag von rund zwei Prozent: „Das Geschäftsjahr 2015 verlief für uns zufriedenstellend. Und trotz der gewaltigen Umbau- und Ausmaßnahmen seit 2011 für fast fünf Millionen Euro konnten wir das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr halten“, sagt Brügge.

 Flächenmäßig hat das Unternehmen insbesondere in den Jahren 1985 (auf 10000 Quadratmeter) und 1998 (auf 20000 Quadratmeter) zugelegt. „Das waren jeweils wichtige Schritte und große finanzielle Herausforderungen“, sagt Thomas Brügge. Allerdings: „Ein zu großes Angebot macht Kunden müde, deshalb ist die derzeitige Größe genau richtig.“ Was nicht ausschließe, ergänzt sein Sohn Philip, dass weitere kleinere Fachmärkte im Norden als Ergänzung zu den „maßvollen“ Expansionsplänen passen würden. Wie zum Beispiel die Discountschiene, ein Segment, in dem Möbel Brügge derzeit noch nicht aktiv ist. „Unsere Zielgruppe ist zuallererst die gutbürgerliche Mitte aus ganz Schleswig-Holstein, dort sind wir über Jahrzehnte fest verwurzelt“, sagt Brügge. Ein Möbeldiscounter fehle aber beispielsweise in Neumünster – „das würde sich gut ergänzen“, sagt Philip Brügge.

 In Sachen Preispolitik will das Traditionsunternehmen seiner Linie treu bleiben. Keine Dauerrabatte, keine herabgesetzten Mondpreise, lediglich beim Sortimentswechsel wird auch schon mal kräftig der Rotstift angesetzt. Wie fast alle großen Unternehmen der Branche ist auch Möbel Brügge in einem Einkaufsverband, die dort gemeinsam erzielten Preise mit der Möbelindustrie schwanken nach eigener Angabe um maximal drei Prozent. „Schon deshalb müssen unsere Preise für den Kunden nachvollziehbar bleiben“, sagt Philip Brügge.

 Der gläserne Preis als Erfolgsmodell – droht da nicht Gefahr durch Online-Möbelhäuser? „Wir müssen da einen geschickten Mittelweg als stationärer Händler gehen und werden unser Online-Angebot ausbauen“, sagt Brügge. Der Kunde wolle aber auch künftig neue Möbel testen, sich genau erklären lassen und – bei Problemen – reibungslos reklamieren können: „Da vertrauen uns unsere Kunden, das baut auf jahrelanger Beziehung auf“, sagt Thomas Brügge. Dennoch werde man sich den „spannenden Erfahrungen“ des Online-Handels mit einer flexiblen Strategie stellen. Und nicht zuletzt sei es ja auch eine Entscheidung der Möbelindustrie, welcher Vertriebsweg in welcher Intensität genutzt werde.

 Nach Angaben des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM) plant 2016 jeder Dritte, mehr als 1000 Euro für Einrichtungsgegenstände auszugeben, Wohnzimmermöbel stehen bei 33 Prozent der Befragten ganz oben auf dem Einkaufszettel. Der Besuch im Möbelhaus spielt laut VDM für 42 Prozent der Kunden noch die Hauptrolle, 29 Prozent suchen im Internet. „Davon werden wir profitieren und konstant und gesund in allen Schienen weiter wachsen“, sagt Philip Brügge, für den bereits mit 15 Jahren feststand, im elterlichen Betrieb bleiben zu wollen: „Damals habe ich im Verkauf ausgeholfen und zwei Prozent Provision für jeden verkauften Artikel bekommen. Am Ende des Tages hatte ich so 160 Mark verdient. Das war schon ein tolles Gefühl.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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