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Spedition Voigt baut die nächste neue Halle

Neumünster Spedition Voigt baut die nächste neue Halle

Manchmal, wenn Henning Voigt (55) zweieinhalb Jahrzehnte zurückdenkt, muss er ein wenig lächeln. Dann kommt es ihm fast schon verrückt vor, wie sich alles verändert hat: die Welt der Logistik im Allgemeinen, und sein Unternehmen im Speziellen.

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Blick auf den Firmensitz der Voigt Logistik in Neumünster. Die Spedition macht aktuell jährlich 100 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt 500 Mitarbeiter.

Quelle: Sven Janssen

Neumünster. Im Industriegebiet Süd soll nun ein hochmodernes Speditionsterminal entstehen. Vor 25 Jahren, da war Voigt-Logistik noch in der Kieler Straße in Neumünster angesiedelt, ein kleiner, aber feiner Transport-Betrieb mit 80 Mitarbeitern, 4500-Quadratmeter-Halle und 40 Lkw. Heute ist Voigt eines der größten Logistik-Unternehmen Norddeutschlands, das einschließlich seiner Beteiligungen rund 100 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und 500 Mitarbeiter beschäftigt – Tendenz: kontinuierlich steigend. Alleine an den bislang drei Standorten in Neumünster verfügt das Unternehmen über 100000 Quadratmeter Hallenfläche.

 Das Geschäft ist so stark gewachsen, dass Voigt mit der Ausweitung seiner Kapazitäten kaum hinterherkam. 2014 erst errichtete das Unternehmen wenige hundert Meter entfernt von der Zentrale im Krokamp eine neue Halle mit 10000 Quadratmetern Lagerfläche. Ein Jahr später bereits übernahm das Unternehmen den Standort des ehemaligen Werbeartikelversenders Oppermann und brachte dort 50000 Quadratmeter Hallenfläche auf den modernsten Stand einschließlich IT, LED-Beleuchtung und moderner Regalsysteme. „Wir haben gedacht, das wird eine Weile reichen“, sagt der Chef. „Doch Ende 2015 waren wir schon wieder voll.“

 Also musste eine dauerhaftere Lösung her. Und die ergab sich schneller, als Henning Voigt zu hoffen wagte: Zum Jahreswechsel übernahm sein Unternehmen ein 125000 Quadratmeter großes Grundstück im Industriegebiet Süd mit bester Verkehrsanbindung. Bis spätestens Frühjahr 2018 soll dort ein hochmodernes Speditionsterminal mit einer Hallengröße von 10000 Quadratmetern und 100 Verladetoren entstehen. Dorthin, in einen 4000-Quadratmeter großen Bürokomplex, wird dann auch die Hauptverwaltung ziehen. Der bisherige Hauptsitz im Krokamp hat damit aber nicht etwa ausgedient. Im Gegenteil: Er wird modernisiert, um Platz für das wachsende Geschäft mit „Warehousing“ zu schaffen, also die Lagerhaltung im Auftrag verschiedenster Hersteller – vom Kaminofenbauer über den Medizintechnik-Anbieter bis hin zu einer breiten Palette von Online-Shops. Für den Internet-Riesen Amazon hat Voigt den Status „preferred carrier“ (bevorzugter Transportdienstleister).

 Der Neubau im Industriegebiet-Süd ist die größte Investition in der 83-jährigen Firmengeschichte. „Damit werden wir nicht nur unserem Wachstum gerecht, sondern verschlanken auch unsere Prozesse erheblich“, sagt Voigt. Wenn das Vorhaben abgeschlossen ist, wird Voigt-Logistik innerhalb weniger Jahre 25 Millionen Euro investiert haben. Auch wenn der Wettbewerb hart ist, und viele Konkurrenten dichter dran sind an den wichtigsten Märkten, sieht Voigt die Zukunft sehr positiv: „Logistik bleibt ein Wachstumsmarkt, auch, weil der Online-Handel immer bedeutender wird.“ Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an die Transport- und Logistikwirtschaft unablässig zu. „Vor allem wird das Geschäft immer kleinteiliger, damit steigt natürlich der Aufwand.“ Bei den europaweiten Transporten kann das Unternehmen auf ein engmaschiges Netz an Partnern zurückgreifen. Beteiligt ist Voigt auch an Unitrans, einem Gemeinschaftsunternehmen von acht Speditionen und DHL.

 Ob es nichts gibt, was ihm Sorgen bereitet? Da muss Voigt eine Weile überlegen. Doch, die steigenden Energiekosten natürlich. Und das Thema Infrastruktur im „echten Norden“. „Das Debakel um die Rader Hochbrücke hat uns schwer getroffen – ich hoffe sehr, dass sich das nicht wiederholt.“ Der Ausbau der A7 hingegen macht keine Kopfschmerzen. „Das läuft wirklich besser, als ich dachte.“

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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