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Kindergeld nur noch mit Steuer-ID

Neuregelung ab Januar Kindergeld nur noch mit Steuer-ID

Viele Eltern sind derzeit in heller Aufregung: Denn das Kindergeld soll angeblich ab dem 1. Januar 2016 nur noch dann überwiesen werden, wenn bis dahin die Steuer-Identifikationsnummern sowohl der Eltern als auch des Nachwuchses bei der Familienkasse eingereicht wurden.

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Na, so reich macht das Kindergeld nun nicht. Allerdings: Verzichten können und wollen viele Familien nicht.

Quelle: Fotolia

Kiel. Kein Grund zur Panik, meint jedoch Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Richtig sei, dass Kindergeldberechtigte ab kommendem Jahr eindeutig per Steuer-ID identifiziert würden, um doppelte Auszahlungen zu vermeiden. Damit wolle die zuständige Familienkasse, die das Geld anweist, sicherstellen, dass pro Kind auch nur einmal gezahlt wird. „Die IDs sind zwingend notwendig, sonst droht die Streichung des Geldes.“

 Nach Angaben der Familienkasse liegen von zahlreichen Eltern bereits die Daten vor – und damit wird auch das Kindergeld weiter überwiesen. Schriftlich heißt es: „Grundsätzlich werden die Familienkassen es nicht beanstanden, wenn die Steuer-Identifikationsnummern im Laufe des Jahres 2016 nachgereicht werden.“ Bei Bedarf würden die Kassen die Nummern selber anfordern, heißt es weiter. Für Eltern, die ihr Neugeborenes im Rahmen des Kindergeld-Antrages anmelden, muss die Steuer-ID mit eingereicht werden.

 Das Bundeszentralamt für Steuern hat seit 2008 jeder in Deutschland gemeldeten Person automatisch eine Steuer-ID zugeteilt und nach und nach zugesendet. Die ID gilt ein Leben lang und sogar über den Tod hinaus. In der Regel finden Steuerpflichtige die Nummer auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers oder in ihrem Einkommensteuerbescheid. Wer seine Nummer nicht mehr im Aktenwust findet, kann diese jederzeit bei der Behörde schriftlich anfordern (www.bzst.de). Eine Bearbeitung kann laut Bundeszentralamt allerdings einige Wochen dauern.

 Grundsätzlich bekommt jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr Kindergeld, durch eine Ausbildung oder Studium kann sich der Bezugszeitraum bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres verlängern. Die Höhe der Summe richtet sich nach der Zahl der Kinder: Für das erste und zweite Kind gibt es je 188 Euro, für das dritte Kind 194 und ab dem vierten Kind 219 Euro monatlich. Arbeitslosen Jugendlichen steht das Kindergeld bis zum 21. Lebensjahr zu. Das Kindergeld muss bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit beantragt werden. Als Nachweis muss eine Bescheinigung vorgelegt werden, dass das Kind mit im Haushalt lebt. Innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt genügt auch eine Geburtsbescheinigung.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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