18 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Siemens schafft im Norden wieder neue Jobs

Niederlassung Kiel Siemens schafft im Norden wieder neue Jobs

Über Jahrzehnte kannte die Zahl der Arbeitsplätze bei Siemens in Schleswig-Holstein nur eine Richtung: abwärts. Doch nun endlich baut der Konzern im Norden langsam wieder Beschäftigung auf.

Voriger Artikel
Verkauft oder nicht? Streit um Elmshorner Wurstfabrik
Nächster Artikel
Lufthansa-Streik führt zum dritten Mal zu Ausfällen

„Für uns läuft es in fast allen Geschäftsbereichen rund“, sagt Lars Nürnberger, Leiter der Siemens-Niederlassung Kiel.

Quelle: Siemens

Kiel. Aber die Dimensionen sind andere geworden: Als die Kieler Niederlassung 1978 auf 100 Jahre Geschichte zurückblickte, standen dort rund 700 Mitarbeiter in Lohn und Brot, von denen ein großer Teil Schaltschränke für den damals florierenden Schiffbau produzierte. Das ist längst Geschichte. Und nachdem der Konzern die ursprünglich im Gewerbegebiet Wittland angesiedelte Ausrüstung von Lok-Fahrständen an die Erlanger Heitec AG verkauft hat, betreibt Siemens in Kiel und Schleswig-Holstein heute gar keine Produktion mehr, sondern konzentriert sich ganz auf das Dienstleistungsgeschäft. Gebäudetechnik, Energie, Schiffbau, Verkehrs- und Medizintechnik – das sind die wichtigsten Märkte. Das Kundenspektrum reicht vom kleinen Installateur bis zum großen Klinikum, vom Netzbetreiber und Stadtwerk über Tausende von Mittelständler bis zu Polizei und Feuerwehr.

Hoffnungen auf den Fehmarnbelt-Tunnel

Aktuell gehören zum Standort Kiel knapp 100 Mitarbeiter: „Das bedeutet wieder ein Plus an Arbeitsplätzen, und der Aufbau wird weitergehen – nicht rasant, aber kontinuierlich“, sagt Niederlassungsleiter Lars Nürnberger. Ein klarer Wachstumsmotor sind die Bereiche Energieverteilung und -erzeugung. So hat Siemens allein in diesem Geschäftsjahr landesweit 22 Umspannwerke ausgerüstet, davon 15 Neubauten – vor allem für die Einspeisung und Verteilung erneuerbarer Energien. Zu den Siemens-Großprojekten gehört die 2015 in Büttel (Kreis Steinburg) in Betrieb genommene Landstation zur Anbindung von insgesamt sechs Nordsee-Windparks mit einer Gesamtleistung von fast zwei Gigawatt. Während Nürnberger den Ausbau des Offshore-Geschäftes aufgrund der 2017 greifenden Reform des Erneuerbare Energienegesetzes (EEG) eher vorsichtig beurteilt, erwartetet er vom Neubau und dem Ersatz älterer Anlagen an Land eine Belebung des Geschäftes. Zwar fühlen sich viele Investoren durch das befristete Ausbaumoratorium der Landesregierung ausgebremst, doch mit Anlagen, die auch mit wenig Wind viel Strom erzeugen, will der Konzern punkten – nachdem Siemens den Onshore-Markt lange mit spitzen Fingern angefasst hatte.

Riesenchancen sieht der Elektroriese, wenn es mit dem Bau des Fehmarnbelt-Tunnels losgeht. Vom Brandschutz über die Energieversorgung bis zu Verkehrsleit- und Kommunikationstechnik: „Von dem großen Kuchen wollen wir natürlich ein Stück abhaben“, sagt Nürnberger. Wachstumstreiber in allen Bereichen, besonders aber in der Gebäudetechnik sind die Megatrends Digitalisierung und Automation. So werden neue Gebäude künftig zunächst virtuell errichtet und getestet – so dass Mega-Pannen wie beim Hauptstadtflughafen eigentlich nicht mehr passieren dürften.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3