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Öffentlicher Dienst: "Jetzt ist Zahltag"

Warnstreiks Öffentlicher Dienst: "Jetzt ist Zahltag"

Die Gewerkschaften im Norden erhöhen den Druck im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes. Am Donnerstag streikten Angestellte der Kommunen, Müllmänner und Straßenreiniger in Flensburg und Hamburg. In Eutin legten Mitarbeiter der Kreisverwaltung Ostholstein für eine Stunde ihre Arbeit nieder.

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Im öffentlichen Dienst in Schleswig-Holstein wird gestreikt. Betroffen sind Flensburg, Lübeck und Eutin.

Quelle: Jan-Philipp Strobel/dpa

Flensburg/Eutin. Bereits am Mittwoch waren öffentlich Bedienstete in Lübeck in den Ausstand getreten. Laut Barbara Kammer vom Verdi-Bezirk Lübeck-Ostholstein verließen zwischen 30 und 40 Mitarbeiter der Kreisverwaltung Ostholstein am Vormittag ihren Arbeitsplatz, um für höheren Lohn zu demonstrieren. „Wir sind zufrieden mit der Resonanz“, sagte Kammer. In Eutin sei seit Jahren nicht mehr gestreikt worden. Kreissprecherin Anja Sierks-Pfaff sprach von nur 15 Kollegen, die das Haus kurzzeitig verlassen hätten. „Der Warnstreik hat zu keinerlei Beeinträchtigung geführt“, so Sierks-Pfaff.

In Flensburg gingen hingegen rund 750 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes auf die Straße, die Müllabfuhr leerte dort gestern keine Tonnen. „Wir sind in Vorleistung getreten, und jetzt ist Zahltag“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende des Beamtenbundes (dbb) Willi Russ. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise sage „Wir schaffen das“, dann gelte für den öffentlichen Dienst „Wir machen das, aber bitte mit ordentlicher Bezahlung“, so der Verhandlungsführer.

"Verantwortungsbewusstsein" fehlt

„Das Verhalten der Tarifvertragspartner im Tarifkonflikt lässt Verantwortungsbewusstsein vermissen“, kritisierte Flensburgs Finanzbürgermeister Henning Brüggemann. Der Kampf um Geld werde auf den Rücken von Eltern und Kindern, Kunden des Bürgerbüros oder Asylsuchenden ausgetragen. „Wir wollten mit dieser Aktion ein Signal setzen und hoffen, dass die Arbeitgeber das wahrnehmen“, hielt dbb-Landesgeschäftsführer Christian Pagel dagegen.

Am Montag setzen sich der Verband der kommunalen Arbeitgeber (VKA) und die Gewerkschaften in Potsdam erneut an einen Tisch. Die erste Tarifrunde war Ende März gescheitert. Verdi und dbb wollen für die öffentlich Bediensteten sechs Prozent mehr Lohn erreichen, den Arbeitgebern ist das zu viel. Während sie das Leistungsniveau bei der Zusatzversorgung senken wollen, fordern die Gewerkschaften einen leichteren Übergang in die Altersteilzeit sowie bessere Übernahmeregelungen für Auszubildende.

Auch Warnstreiks in Kiel möglich

„Wir werden sehr genau beobachten, wie die Verhandlungen verlaufen“, sagte Susanne Schöttke, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Kiel-Plön. Die Arbeit der öffentlich Bediensteten habe mehr Wertschätzung verdient. Sollte es am 11. April zu keiner Einigung kommen, kündigte sie flächendeckende Warnstreiks an. Die könnten dann auch Kiel treffen.

Ebenfalls im Arbeitskampf befinden sich Beschäftigte der Telekom: Am Donnerstag demonstrierten rund 500 technische Mitarbeiter aus Hamburg und Schleswig-Holstein in Elmshorn, für den 12. April ist ein weiterer Warnstreik geplant. Verdi fordert für die Beschäftigten aus den Bereichen Festnetz, Mobilfunk, Service und Konzernzentrale fünf Prozent mehr Geld – bei einjähriger Vertragslaufzeit. Die Telekom bietet an, die Gehälter schrittweise über zwei Jahre um 2,8 Prozent anzuheben.

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