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Ölpreis weiter auf Talfahrt

Rosige Zeiten Ölpreis weiter auf Talfahrt

Heizölkunden und Autofahrer können sich auf weiter sinkende Energiepreise einstellen. Weil das Angebot an Rohöl die Nachfrage auf dem Weltmarkt erheblich übersteigt, stehen die Notierungen weiter unter Druck. Experten sind sich einig: Ein schnelles Ende der Talfahrt ist nicht absehbar. Dennoch schlagen jetzt schon viele Kunden zu und füllen ihren Tank.

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Billiges Heizöl: Tankwagenfahrer haben in diesen Tagen viel zu tun.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel/Felde. Trotz verbesserter Börsenstimmung sind die Ölpreise nach kurzzeitigem Anstieg in der vergangenen Woche gestern wieder gesunken: Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 49,33 US-Dollar – das waren 72 Cent weniger als am Freitag. „Wir gehen davon aus, dass sich der Preis bis Ende des Jahres zwischen 40 und 45 Dollar einpendeln wird“, sagt Klaus-Jürgen Gern, Rohstoffexperte am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Damit ist der Schmierstoff der Weltwirtschaft, der bis vor einem Jahr noch rund 100 Dollar je Barrel gekostet hatte, so billig wie seit dem Höhepunkt der internationalen Finanzkrise 2009 nicht mehr. Auch das unabhängige Branchenportal Tecson mit Sitz in Felde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) erwartet einen weiteren Ölpreisverfall. Als Grund dafür nennt Tecson-Geschäftsführer Thomas Petersen neben den trüben Aussichten für die Weltkonjunktur vor allem die Tatsache, dass der Iran nach Ende des Embargos schon bald mit einer Förderung von rund einer Million Barrel täglich auf den Markt drängen dürfte.

 Auch die Spritpreise sind auf Talfahrt, allerdings gibt es hier nach Einschätzung von Experten noch Nachholbedarf. So erwartet die Commerzbank, dass Benzin schon bald so günstig werden könnte wie zum Anfang des Jahres, als ein Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt 1,24 Euro gekostet hatte – zehn Cent mehr als noch am vergangenen Sonntag. In Kiel kostete Super E 5 gestern Abend bei der günstigsten Tankstelle 1,26 Euro. Diesel war in Kiel ab 1,06 Euro zu haben; an der Stresemannstraße in Hamburg wurde sogar die Ein-Euro-Marke unterschritten (0,99 Cent/Liter).

 Auch auf der Heizölrechnung schlägt sich der Rohölpreisverfall nieder: „Wir haben sehr gut zu tun, viele Kunden nutzen die Gelegenheit, um ihren Tank zu füllen“, heißt es beim Händler Anton Willer in Kiel. Derzeit kosten 100 Liter Heizöl bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern wischen 56 und 57 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Vor einem Jahr kostete Heizöl noch rund 80 Euro. Doch weil die Fundamentaldaten im internationalen Rohölhandel weiter abwärts deuten, sehen Experten auch beim Heizöl durchaus noch Luft nach unten: Tecson-Experte Petersen: „Kunden, die etwas spekulationsbereiter sind, können durchaus auf fallende Preise setzen.“

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Leitartikel

Deutschlands Autofahrer reiben sich die Augen: Ein Liter Diesel für 99 Cent? Was noch vor einigen Monaten ein Wunschtraum gewesen ist, wurde jetzt zumindest an einigen Tankstellen wahr. Der Ölpreis ist weltweit rapide gesunken, auch gestern ging es an den Rohstoffmärkten mit den Preisen wieder bergab. Und: Es ist sehr wahrscheinlich, dass es noch einige Monate beim günstigen Tanken bleiben wird.

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