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Payone aus Kiel gibt richtig Gas

Online-Zahlungen Payone aus Kiel gibt richtig Gas

Ein ordentlicher Anstieg des Umsatzes und rund 1000 neue Kunden: Für Payone hat sich die Partnerschaft, die der Spezialist für Online-Zahlungen mit der Sparkassen-Finanzgruppe eingegangen ist, richtig gelohnt.

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Die beiden Payone-Gründer Jan Kanieß (li.) und Carl Frederic Zitscher halten zurzeit jeweils zehn Prozent der Technologiefirma. Der Umsatz wird 2016 vermutlich um 30 Prozent zulegen.

Quelle: "FAUST-photowork THOMAS FAUST"

Kiel. „Wir werden dieses Jahr voraussichtlich mit einem Umsatzwachstum von deutlich über 30 Prozent abschließen. Das ist ein großer Erfolg“, sagt Geschäftsführer Carl Frederic Zitscher.

Im Dezember 2014 war die Stuttgarter DSV-Gruppe (Deutscher Sparkassenverlag) mit 80 Prozent bei der Technologiefirma mit Sitz im Kieler Wissenschaftspark eingestiegen. Die Payone-Gründer Carl Frederic Zitscher (33) und Jan Kanieß (35) halten seitdem jeweils zehn Prozent der Anteile. Für die Sparkassen war die Übernahme ein Schritt, um stärker im umkämpften Online- und Mobile-Payment-Geschäft mitzumischen, für das Kieler Unternehmen ein entscheidender, um weiter zu expandieren. „Über die Partnerschaft haben wir viele große Kunden dazugewonnen, an die wir ohne die Sparkassen wahrscheinlich nicht herangekommen wären“, so Kanieß.

 Rund 1000 Neukunden sind im vergangenen Jahr dazugekommen. Das Kieler Fintech wickelt heute für mehr als 4000 große Händler wie Zalando, Globetrotter oder Sony Music die Zahlungsgeschäfte in Online-Shops ab. „Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir enorm an Bekanntheit gewonnen haben. Außerdem ist der Vertrauensfaktor, den die Sparkassen im Kontext Geld genießen, einmalig. Davon profitieren wir sehr“, sagt Carl-Frederic Zitscher.

 Auch die Zulassung als Zahlungsinstitut durch die Bankenaufsicht Bafin hat das Wachstum des Unternehmens beflügelt. Seit anderthalb Jahren kann Payone Zahlungsvorgänge selbst abwickeln, ohne eine Bank oder eine Kreditkartengesellschaft dazwischenschalten zu müssen. „Dadurch hat sich unser Leistungsportfolio erhöht, wir konnten Prozesse verbessern und Kunden stärker binden. So konnten wir die Wertschöpfung stark erhöhen“, erklärt Zitscher.

 Der Wachstumskurs kann sich auf diesem Niveau weiterentwickeln, sind sich die beiden Geschäftsführer sicher. „Wir sind in den vergangenen 13 Jahren schnell, aber immer umsichtig gewachsen. Wir haben nicht vor, auf die Bremse zu treten“, sagt Zitscher. Die Marktbedingungen dafür seien gegeben. Momentan konzentriert sich das Geschäft vor allem auf den Versandhandel im Netz, mit dem digitalen Wandel kommen aber viele weitere Branchen hinzu, die Online-Bezahlvorgänge benötigen. Als Beispiel nennt Zitscher die Car-Sharing-Anbieter. Ein Treiber sei zudem der noch von Bargeldzahlung dominierte stationäre Handel, der sich langfristig aber für Payment-Verfahren öffnen werde. Laut einer Studie des Forschungsinstituts ibi research glauben mehr als zwei Drittel der deutschen Händler, dass das Smartphone bis 2030 die Geldbörse und klassische Bezahlterminals ersetzen wird.

 Auch das Ausland biete noch viel Potenzial: „Viele unserer Kunden sind zwar gemeinsam mit uns international tätig, haben ihren Sitz aber vornehmlich in Deutschland“, so Kanieß. Bei einer geografischen Expansion seien Vertriebsfilialen in anderen deutschen Städten oder im Ausland denkbar.

 Payone beschäftigt rund 140 Mitarbeiter und will auch 2017 weiter einstellen. Das stellt das Fintech bald vor ein Platzproblem. „Jetzt sind wir an dem Punkt, wo es relativ voll wird, so dass wir im kommenden Jahr Bedarf an weiteren Flächen haben“, sagt Zitscher. Der 33-Jährige betont aber zugleich: „Das heißt aber nicht, dass hinter Kiel als Standort ein Fragezeichen steht.“

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