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#PTW17: Eine Woche voll kreativer Ideen

Prototyping Week Kiel #PTW17: Eine Woche voll kreativer Ideen

15 Gruppen – bestehend aus Studenten, Selbstständigen und anderen – haben bei der Kieler Prototyping Week neue Ideen entwickelt, an ihrer Umsetzung und Produkten getüftelt. Von einer App für Fisch bis zum Roboter für Demenzkranke waren die unterschiedlichsten Erfindungen dabei.

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Seife aus Kaffeeresten: Melanie Rixen (links) und Laura Mahoney arbeiteten an einem nachhaltigen Pflegeprodukt. Vor allem in Cafés lande tonnenweise Kaffeesatz im Müll, dabei sei das braune Pulver gut für die Haut und könne zu Kosmetik werden.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Im Studio Kino präsentierten sie am Freitagabend die Ergebnisse ihrer intensiven Arbeit in der Starter Kitchen im Wissenschaftspark, wo Gründer ihre Geschäftsmodelle entwickeln können und viele Kieler Start-ups ihr Zuhause haben.

 Innerhalb einer Woche haben sich die interdisziplinären Teams ein komplettes Konzept überlegt: von der Idee zur Produktion über die Finanzierung und Vermarktung. Manche Teilnehmer hatten ihre Idee schon über Jahre im Hinterkopf, andere entstanden erst während der Veranstaltung.

 Jan Rehbehn und Hannes Eilers, Ingenieur und Produktdesigner, entwickelten beispielsweise einen Roboter, der Arbeit im Altenheim abnehmen soll. Ihren Prototypen haben sie vergangene Woche an demenzkranken Menschen ausprobiert. So könne der Roboter mit sympathischer Ausstrahlung zum Beispiel einfache Fragen immer wieder beantworten. Um das Projekt namens „Kielbots“ voranzubringen, sind die Entwickler nun auf der Suche nach Investoren.

Kaffeesatz recyclen und aufwerten

 Melanie Rixen und Laura Mahoney kümmerten sich dagegen um das Thema Körperpflege. Sie haben eine nachhaltige Mokka-Seife aus Kaffeesatz entwickelt. Ähnliche Produkte gibt es zwar schon im Ausland, aber die Verschiffungskosten nach Deutschland seien viel zu teuer. „In den Cafés entsteht bei dem hohem Kaffeeverbrauch auch viel Müll. Den wollen wir recyclen und aufwerten“, sagte Laura Mahoney.

Die Studentin aus Boston studiert in Kiel den internationalen Master Sustainability, Society and the Environment (Nachhaltigkeit, Gesellschaft und Umwelt). Weil Kaffeesatz gut für die Haut sei, könnten durch die Seife Pflege und Nachhaltigkeit verbunden werden. „Wir haben diese Woche nur ein Rezept ausprobiert. Am Ende soll die Seife nur aus veganen Zutaten bestehen“, so Melanie Rixen. Die Arbeit an ihrem Produkt wollen die beiden auch nach der Prototyping Week fortführen.

Kein Bankkonto, aber ein Smartphone

 Die Vereinfachung finanzieller Angelegenheiten hatten sich drei junge Männer zur Aufgabe gemacht. „Ich hatte schon länger die Idee etwas mit dezentralisierten Finanzsystemen zu machen“, sagte Hendrik Wels. Mit seinen Teamkollegen würde er gerne die Verbreitung der Internetwährung Bitcoin mithilfe einer App voranbringen. „In Ghana haben 70 Prozent aller Menschen kein Bankkonto, aber alle haben ein Smartphone“, erzählte Finanzmathematik-Student Prosper Adjei, der aus dem afrikanischen Land stammt. Ob ihr Projekt einmal verwirklicht wird, ist nicht klar. Gelohnt habe sich die Prototyping Week trotzdem, sagte Informatikstudent Maik Möller. „Das Netzwerken und die gemeinsame Arbeit an einem Projekt waren eine unglaubliche Erfahrung.“

 Ein Fördejet, um spontan ans Ostufer zu gelangen, eine App, die Menschen per Musik verbindet oder Sporttreffen organisiert, ein neuartiges Notizbuch – die Ideen der Teilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens. Der Verantwortliche für die Prototyping Week, Alexander Ohrt, war zufrieden mit den Ergebnissen. „Durch die große Bandbreite der Teilnehmer und Ideen entsteht eine wahnsinnige Vielfalt. An den Projekten sieht man, welche Bedürfnisse die Gesellschaft hat“, sagte Ohrt.

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Ein Artikel von
Fatima Krumm
Volontärin

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