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Vossloh soll bis 2017 verkauft sein

Positive Bilanz Vossloh soll bis 2017 verkauft sein

Neuigkeiten zum Verkauf der Vossloh Locomotives GmbH (Kiel) gab es am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz der Vossloh AG in Frankfurt nicht. Aber Vorstandschef Hans Schabert sieht den Lokhersteller in der Spur und vor dem Eintritt in eine „neue Ära“. Bis 2017 soll ein neuer Eigentümer gefunden sein.

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Blick in die gut laufende Produktion von Vossloh Kiel: Christian Schwager ist einer von 330 Mitarbeitern in der Landeshauptstadt.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Das Kieler Unternehmen wird in der zweiten Jahreshälfte das neue Werk in Kiel-Suchsdorf beziehen; im vierten Quartal soll dort die Produktion anlaufen. Vossloh und der Besitzer der Immobilie, das französische Unternehmen Stargime, investieren dort rund 41 Millionen Euro. „Nach Fertigstellung wird es zu den innovativsten und leistungsfähigsten Produktionsstätten für Schienenfahrzeuge in Europa zählen“, heißt es im Geschäftsbericht des Konzerns. Durch den Umzug würden „Betriebsabläufe optimiert“ und Produktions- und Lieferzeiten deutlich verkürzt. Der Neubau ist auf rund 40 Loks pro Jahr ausgerichtet. „Wir werden in dem neuen Werk die Zeit zwischen Auftragserteilung und Fertigstellung einer Lokomotive von bisher 18 Monaten auf sechs bis neun Monate verkürzen“, sagt Thomas Schwichtenberg, Geschäftsführer der Kieler Tochter. Außerdem könnten an dem neuen Standort erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden. Im historisch gewachsenen Werk in Kiel-Friedrichsort, wo seit 1923 Lokomotiven hergestellt werden, ist die Fertigung auf zum Teil sehr alte Hallen verteilt. Der Konzern ist mit der Entwicklung in Kiel aber auch schon vor dem Umzug zufrieden. Die wirtschaftliche Situation habe sich „deutlich zum Besseren gewendet“. Dies sei erreicht worden, weil man sich auf den Bau von standardisierten Industrie- und Rangierlokomotiven konzentriert habe; auf „kostenintensive Individualisierungen“ werde verzichtet.

Erhöhter Umsatz, bescheidener Ausblick

Vossloh Locomotives konnte seinen Umsatz 2015 deutlich erhöhen. Die Erlöse stiegen um 22 Prozent auf 110 Millionen Euro. „Dies war insbesondere auf höhere Umsätze mit Neu- und Gebrauchtlokomotiven zurückzuführen“, so der Konzern. Insgesamt wurden im vergangenen Geschäftsjahr 48 Loks abgeliefert; größte Absatzmärkte sind unverändert Deutschland und Frankreich, deutlich zugelegt hat der Umsatz in Schweden. Der Auftragseingang lag mit 116 Millionen Euro um 34 Prozent über dem Vorjahreswert; allein im letzten Quartal 2015 gingen Aufträge im Wert von 70 Millionen Euro in Kiel ein. Einen Gewinn oder Verlust weist Vossloh für seine Kieler Tochter nicht aus; angegeben wird nur der Wertbeitrag, eine Kennzahl, die indirekt Schlüsse auf die Ertragskraft zulässt. Dieser Wertbeitrag beläuft sich auf minus 10,4 Millionen Euro, er hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert (minus 94,5 Mio.). Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr ist noch durchwachsen: „Teile der geplanten Lokomotivumsätze für 2016 sind momentan noch nicht durch den Auftragsbestand abgesichert“, heißt es.

Geschäftsführer Thomas Schwichtenberg ist aber optimistisch, dass diese Aufträge noch reinkommen werden. „Wir sehen, dass in diesem Jahr neben den Industriekunden erstmals auch wieder Staatsbahnen in Europa Aufträge für neue Loks ausschreiben wollen.“ Er will 2016 zudem den Kurs fortsetzen, das Servicegeschäft deutlich auszubauen. Bereits 2015 wurden auf diesem Feld in Schweden eine Tochterfirma und in Frankreich ein Joint-Venture gegründet. „Wir denken über weitere Standorte in Süddeutschland und in Italien nach“, so Schwichtenberg. Zentraler Service-Standort ist Moers (NRW). Dort sind rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. In Kiel sind 330 Mitarbeiter für Vossloh tätig. Ziel ist es, den Anteil des Servicegeschäfts am Umsatz auf rund 50 Prozent zu erhöhen, derzeit liegt er etwa bei einem Drittel.

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Lokomotiven
Foto: Das Werk von Vossloh España in Albuixech in der Nähe von Valenica. Dort werden Diesellokomotiven und Nahverkehrsbahnen gebaut.

Die Vossloh AG wird ihr Werk in Spanien an die Schweizer Stadler Rail AG verkaufen. Stadler zahlt für das Geschäftsfeld Rail Vehicles (940 Mitarbeiter) 48 Millionen Euro und übernimmt Verbindlichkeiten in Höhe von 124 Millionen Euro. Ein Verkauf des Lokwerkes in Kiel sei „konkret noch nicht greifbar“, so der Bahntechnik-Konzern.

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