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Bauern in Not: Berater sollen Betriebe sichern

Preis- und Absatzkrise Bauern in Not: Berater sollen Betriebe sichern

Das Land plant verstärkte Hilfen für Landwirte, die sich in schwierigen betrieblichen oder finanziellen Situationen befinden. Das kündigte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) an. Dazu soll die von der Landwirtschaftskammer aufgebaute sozioökonomische Beratung finanziell unterstützt werden.

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Die Krise ist noch nicht vorbei, warnt Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Nach Angaben des Statistikamtes ist die Zahl der Betriebe in Schleswig-Holstein seit 2013 um knapp fünf Prozent auf etwa 12700 gesunken. Besonders stark betroffen von der anhaltenden Preis- und Absatzkrise sind demnach die Viehalter: So sank die Zahl der Rinderhalter um neun Prozent auf etwa 6500 Betriebe, die der Milchkuhhalter auf knapp 4200 (minus zehn Prozent). Auch die Zahl der Schweinehalter (knapp 1200) sank um elf Prozent, die Hühnerhaltungen (etwa 1400) gingen um rund neun Prozent zurück.

Um angeschlagenen Betrieben künftig besser helfen zu können, soll die Zahl der bei der Landwirtschaftskammer angesiedelten Berater von 2,5 Stellen um weitere zwei steigen, die möglichen Beratungstage verdoppeln sich damit auf etwa 1200 im Jahr. Dafür hat das Land bis 2020 jährliche Mittel in Höhe von 225000 Euro bereitgestellt. Eine entsprechende Zielvereinbarung wurde von Habeck und Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer, bereits unterzeichnet. Weil die wirtschaftliche Lage für die Landwirte weiterhin angespannt sei, reihe sich die Aufstockung der Mittel ein in „unsere Bemühungen, gemeinsam mit anderen Akteuren gute Hilfsangebote bereitzuhalten“, so Habeck. „Wir möchten denen helfen, die zu sehr unter Druck geraten.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit Berufsverbänden, Landwirtschaftskammer, Nordkirche, Landfrauen und der Sozialversicherung einen Info-Flyer erstellt. Ein beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) angedocktes Sorgentelefon für Landwirte ist unter 0431/55779450 zu erreichen. Kammerpräsident Heller betonte, dass auch in Zukunft das Thema Risikomanagement und Liquiditätsplanung für Landwirte von zentraler Bedeutung sei: „Schon jetzt raten wir den Betrieben, sich auch weiterhin auf schwankende Preise am Markt einzustellen.“

Das Angebot der Landwirtschaftskammer zur sozioökonomischen Beratung umfasst unter anderem die Überprüfung von Ressourcen und Anpassungsmöglichkeiten innerhalb der Familie oder des Betriebs, um langfristig stabile Lösungen zu finden. Auch bei persönlichen und familiären Konflikten oder Krisen können Landwirte Unterstützung erhalten, genauso wie bei Verhandlungen und Gesprächen mit Banken oder dem Landhandel.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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