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Hobby rollt zurück in die Erfolgsspur

Produktion in Fockbek Hobby rollt zurück in die Erfolgsspur

2014 war kein gutes Jahr für Harald Striewski: Der Gründer des Hobby-Wohnwagenwerks in Fockbek schrieb aufgrund der Krise auf den Exportmärkten in Südeuropa zum ersten Mal in der Firmengeschichte rote Zahlen, musste sich von etwa 80 Mitarbeitern trennen. Die Trendwende begann im vergangenen Jahr.

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Es läuft wieder wie am Schnürchen für Hobby: Im Wohnwagenwerk in Fockbek werden in dieser Saison etwa 10 500 Caravans gebaut.

Quelle: Volker Rebehn

Fockbek. „Wir sind nun voll ausgelastet und haben schon Aufträge für die neue Saison“, berichtet jetzt Holger Schulz (49), der gemeinsam mit Gründer-Sohn Michael Striewski (56) seit vergangenem Jahr das neue Geschäftsführer-Duo bildet.

 In Zahlen heißt das: In dieser Saison rollen etwa 10500 Wohnwagen (plus sechs Prozent) sowie 1500 Reisemobile (plus zwölf Prozent) vom Band, ab der kommenden Saison, die im August beginnt, sollen es dann bereits 12500 Caravans und 2000 Wohnmobile sein. Dass die Lust auf mobiles Reisen in Deutschland auf einem Höhenflug ist, belegen auch die Zahlen des Caravaning Industrie Verbands (CIVD): Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der neu zugelassenen Reisemobile im April um 28 Prozent auf 5663 Fahrzeuge – ein neuer Rekordwert. Um knapp 20 Prozent auf 3148 stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der neu zugelassenen Wohnwagen – der beste Aprilwert seit zehn Jahren.

 „Die für uns sehr wichtigen Märkte wie Holland oder England ziehen wieder an, in Deutschland wird aufgrund des Zinstiefs verstärkt in Wohnwagen oder Reisemobile investiert. Eine bessere Geldanlage gibt es meiner Meinung nach auch nicht“, sagt Schulz selbstbewusst. Und weil zugleich der Trend zu stärkeren Zugfahrzeugen anhält, vermeldet Hobby den stärksten Zuwachs bei Wohnwagen der 1,6-Tonnen-Klasse. Als Zielgruppe haben Schulz und Striewski weiterhin die kaufkräftigen „Best-Ager“ im Blick, „seit vergangenem Jahr finden aber auch immer mehr junge Familien zum Wohnwagen zurück“, sagt Schulz.

 Und das, obwohl Camping schon lange nicht mehr als Urlaubs-Sparversion gilt: „Das ist schon ein Luxusleben“, sagt Harald Striewski. Auch wenn der 79-Jährige jetzt nur noch vormittags in Fockbek arbeitet, schmiedet er kräftig Pläne: „Ich plane weitere Investitionen am Stammsitz, damit wir unsere Marktanteile in Deutschland und Europa halten können.“ Gerade bei den größeren Reisemobilen und Wohnwagen, die Hobby im „mittleren Preissegment“ ansiedelt, sei gutes Geld zu verdienen.

 Allerdings nicht soviel wie bei den ersten Wagen, die Striewski 1967 in Kleinstserie baute: „Meine Tante hatte mir 3000 Mark geliehen. Dafür baute ich einen Wohnwagen, den ich für 6000 Mark verkaufen konnte. Ab dem dritten Wohnwagen hatte ich richtig verdient“, sagt Striewski, der damals auf der Kröger-Werft in Schacht-Audorf arbeitete.

 Ein Verkauf seines Unternehmens sei trotz hartnäckiger Anfragen zweier Investoren übrigens „überhaupt kein Thema“, betont der Firmeninhaber: „Jetzt ist im Unternehmen, das in Familienhand bleibt, wieder Ruhe eingekehrt. Wir schreiben schwarze Zahlen und wir werden expandieren.“ Grund für die guten Zahlen sei auch die „größte Fertigungstiefe in der Branche“ – vom Chassis bis zu den Möbeln produziert Hobby einen großen Teil selbst. Und wenn Hobby am 30. April 2017 das 50-jährige Jubiläum auf der nach dem Firmengründer benannten Straße am Stammwerk feiert, will sich Striewski noch ein Stück weiter aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Dafür lässt er es dann ordentlich krachen und blitzen: „Ich plane das größte Feuerwerk mit Lasershow, das Schleswig-Holstein je gesehen hat.“ Ein Buch über die Erfolgsgeschichte von Hobby ist ebenfalls geplant. Erscheinungstermin ist voraussichtlich Anfang 2017 – kurz nach dem 80. Geburtstag des Firmengründers.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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