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Verein wirbt für Genossenschaft

Prokon Verein wirbt für Genossenschaft

Rein oder nicht rein? Diese Frage müssen etwa 75000 Prokon-Anleger beantworten, wenn bei der Gläubigerversammlung am 2. Juli entschieden wird, ob das insolvente Unternehmen in eine Genossenschaft umgewandelt oder vom Energiekonzern EnBW übernommen werden soll.

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Christoph Abraham warb für ein Genossenschaftsmodell in Sachen Prokon.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Etwa 10500 Anleger sind organisiert im Verein „Die Freunde von Prokon“ und machen sich für die Genossenschaftslösung stark. Informiert werden soll die Basis derzeit in Versammlungen im ganzen Bundesgebiet. Wobei gestern mit etwa 40 Besuchern in den Räumen der Uni Kiel der Zulauf deutlich geringer war als tags zuvor in Hamburg, wohin mehr als 150 Menschen kamen.

 Prokon-Freund Christoph Abraham beschrieb das Genossenschaftsmodell optimistisch. Entsprechend dem Plan des Insolvenzverwalters soll das Unternehmen zurück zu seinen Wurzeln und sich wieder ganz der Windkraft widmen. Zunächst geht es dabei um Projektierung, Bau und Verkauf von Windparks, nicht ausgeschlossen wird in einem weiteren Schritt deren Betrieb.

 Immerhin knapp 60 Prozent ihrer ursprünglichen Einlagen würden die Anleger in einer Genossenschaft zurückerhalten. Allerdings müssten sie zunächst auf eine Auszahlung verzichten und das Geld in Genossenschaftsanteile sowie eine mit 3,5 Prozent verzinste Anleihe lenken. Während diese Anleihe Jahr für Jahr in Form von Zinsen und einer Tilgungsrate zurückfließen soll, sind die Genossenschaftsanteile mit dreijähriger Frist kündbar, ließen sich also frühestens 2019 zu Geld machen.

 Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, rät Anlegern zu einer gewissenhaften Prüfung der beiden Modelle. Denkbar ist nach seiner Einschätzung, dass Genossenschaftsanteile über Jahre und Jahrzehnte hinweg schöne Gewinne abwerfen, nicht von der Hand zu weisen sei aber auch das unternehmerische Risiko, das jeder einzelne Genosse trage: „Es kann in einem Totalverlust enden.“

 In Kiel wurde die Variante der Genossenschaft eher verhalten aufgenommen. Die überwiegend älteren Versammlungsteilnehmer, viele von ihnen mit fünfstelligen Beträgen engagiert, ließen eher Sympathien für ein EnBW-Engagement erkennen, weil sie in diesem Fall wesentlich schneller an ihr Rest-Investment herankommen würden.

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