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Wenn der Druck in der Arbeitswelt zu groß wird

Psychische Erkrankungen Wenn der Druck in der Arbeitswelt zu groß wird

Immer mehr Schleswig-Holsteiner werden wegen psychischer Leiden als schwerbehindert anerkannt: Etwa 21000 wurden Ende 2015 in der Schwerbehindertenstatistik erfasst, zwölf Prozent mehr noch als im Erhebungszeitraum 2013, teilte das Statistikamt Nord mit.

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Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie, Suchtverhalten: In Schleswig-Holstein müssen sich immer mehr Menschen wegen einer psychischen Erkrankung behandeln lassen.

Quelle: dpa

Kiel. In der Statistik erfasst werden alle Personen, die einen Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent haben und zudem im Besitz eines gültigen Schwerbehindertenausweises sind.

 Bei gut 57 Prozent der Betroffenen war die schwerste Behinderung eine Neurose, eine Persönlichkeits- oder eine Verhaltensstörung. Eine körperlich nicht begründbare Psychose, wie zum Beispiel Schizophrenie oder affektive Psychose, hatten gut 36 Prozent. Bei knapp sieben Prozent bestand eine Suchterkrankung. Der Anteil der psychisch Schwerbehinderten an allen Schwerbehinderten betrug Ende 2015 acht Prozent. Drei Viertel der psychisch Erkrankten waren demnach 18 bis 65 Jahre alt, 55 Prozent von ihnen weiblich.

 Die AOK kann diesen Trend bestätigen: Die Anzahl der diagnostizierten psychischen Erkrankungen nimmt auch bei ihren Versicherten stetig zu. In diesem Zusammenhang sei ein Anstieg der Feststellung von Behinderungen und Schwerbehinderungen zu erwarten, teilte eine Sprecherin mit.

 Nach Angaben des Unternehmensverbandes (UV) Nord würden sich heute Arbeitgeber verstärkt auf die verändernde Arbeitswelt einstellen: „Noch wie war der Einsatz der Unternehmen in Bezug auf Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz so groß wie heute“, sagte UV-Nord-Sprecher Sebastian Schulze auf Anfrage. Die Ausgaben für das Betriebliche Gesundheitsmanagement würden seit Jahren steigen. „Im Wettkampf um die besten Köpfe haben die Unternehmen erkannt, dass gute Arbeitsbedingungen immer wichtiger werden“, sagte Schulze.

 Der Anstieg dieser Erkrankungen hänge auch mit dem Umgang mit Erkrankungen sowie einem ausgebauten Hilfesystem zusammen. „Was früher ein Halswirbelsäulensyndrom war, wird heute häufig auch als Burn-out diagnostiziert.“ Auffällig sei aber auch mit Blick auf andere Statistiken, dass Menschen ohne Arbeit psychisch oftmals belastet seien. Zudem sei durch die Digitalisierung die Reizüberflutung auch außerhalb des Arbeitsplatzes stärker geworden: „Alles dreht sich immer schneller“, sagte Schulze.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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