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HSH soll auch in Hamburg sparen

Reaktion auf Personalabbau HSH soll auch in Hamburg sparen

Schleswig-Holstein hat dem HSH-Miteigner Hamburg einen Schuss vor den Bug gesetzt. Im Landeshaus warnten Spitzenpolitiker ihre Kollegen aus der Hansestadt davor, den drohenden Personalabbau bei der Nordbank insbesondere in Kiel vorzunehmen.

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Bei der HSH Nordbank in Kiel droht ein weiterer Jobabbau.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Die SPD forderte einen Haustarifvertrag, ließ aber wie andere Parteien durchblicken, dass die HSH Personal abbauen muss und hinter dem Bankenplatz Kiel ein Fragezeichen steht.

Der künftige HSH-Vorstandschef Stefan Ermisch hatte wie berichtet neue Sparmaßnahmen angekündigt, die auf einen Abbau von weiteren 500 Stellen in Kiel und Hamburg hinauslaufen könnten. Von den derzeit 2300 Mitarbeitern sind etwa 1000 in Kiel beschäftigt. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) erinnerte daran, dass die Nordländer die ursprünglichen EU-Pläne zur Radikal-Abwicklung der HSH abwenden konnten. „Aber das Ganze ist nun einmal kein Prozess des Aufwachsens.“ Deutlicher wurde Oppositionsführer Daniel Günther (CDU). „Angesichts der Geschäftsentwicklung wird die Bank um einen weiteren Stellenabbau leider nicht herumkommen.“ Ansonsten werde es „für die Steuerzahler noch teurer“.

 Mehrere Landespolitiker forderten Hamburg auf, sich an den HSH-Staatsvertrag zu halten und bei einem Personalabbau beide Standorte quantitativ und qualitativ gleich zu behandeln. „Wir werden nicht hinnehmen, dass der Standort Kiel über Gebühr belastet wird“, sagte der SPD-Finanzpolitiker Thomas Rother mit Blick auf frühere Sparrunden. „Bisher war Kiel gegenüber Hamburg überproportional negativ betroffen.“ Torge Schmidt (Piraten) schlug in dieselbe Kerbe. „Wichtig ist, dass Schleswig-Holstein immer wieder deutlich macht, dass Kiel zu Hamburg ein gleichberechtigter Standort ist. Einen einseitigen Abbau darf es nicht geben."

Nicht kleinbeigeben

 Auch Günther fürchtet eine Benachteiligung Kiels. Er fordere Albig & Co auf, „gegenüber Olaf Scholz nicht schon wieder klein beizugeben“. Skeptischer ist FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. „Schleswig-Holstein ist schon längst nicht mehr als gleichberechtigter Partner zu bezeichnen, weil sich alles auf den Bankenstandort Hamburg fokussiert“, so der HSH-Experte. „Deshalb ist zu befürchten, dass ein weiterer Stellenabbau am Standort Kiel stattfinden wird, der nach den Plänen des HSH-Vorstandes offenbar keine Perspektive hat.“

 Die SPD kündigte an, sich für die Mitarbeiter einzusetzen. „Wir stehen an der Seite der Beschäftigten“, sagte Fraktionschef Ralf Stegner. Er sprach sich dafür aus, die Mitarbeiter über einen Haustarifvertrag möglichst langfristig abzusichern. Hintergrund: Die Länder müssen die Nordbank bis 2018 verkaufen oder sie aber abwickeln.

 Selbst im Fall eines Verkaufs wäre die Zukunft des Bankenstandorts Kiel allerdings ungewiss. „Der Investor wird über den Standort Kiel entscheiden und diese Entscheidung wird er aus reinen unternehmerischen Gesichtspunkten treffen“, prophezeite Pirat Torge Schmidt.

 Mehr Klarheit über den HSH-Kurs und den geplanten Stellenabbau dürfte es bereits heute geben, wenn die Bank ihre Jahresbilanz 2015 vorstellt. Erwartet werden schwarze Zahlen im überschaubaren Kerngeschäft und wegen der Schifffahrtskrise rote Zahlen bei den Altlasten. Die Bilanz-Pressekonferenz, auf der sich Vorstandschef Constantin von Oesterreich verabschiedet, findet in Hamburg statt. Am Freitag übernimmt Ermisch das Kommando bei der HSH, die anders als einst vereinbart vor allem aus Hamburg geführt, aber weiter von beiden Ländern finanziell am Leben erhalten wird.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Wie viele Mitarbeiter werden noch gehen müssen bei der HSH Nordbank? 200? 300? Oder sogar 500? Es ist müßig und deprimierend zugleich, über solche Zahlen zu spekulieren. Sicher ist indes: Diese ohnehin so schmerzhaft geschrumpfte Bank wird personell weiter bluten müssen.

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