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Windenergie soll Interesse von Google wecken

Rechenzentren im Norden Windenergie soll Interesse von Google wecken

Der amerikanische IT-Konzern Google nimmt Schleswig-Holstein ins Visier. Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie (BWE) schauen sich mehrere Top-Manager des Unternehmens in der nächsten Woche Energieprojekte im echten Norden an.

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Die Zentrale des Technologie-Konzerns liegt im kalifornischen Mountain View, kommen Rechenzentren bald nach Schleswig-Holstein?

Quelle: Phoenix/WDR/dpa/Jochen Siegle

Kiel. „Es ist bekannt, dass Google in Europa nach Standorten für neue Rechenzentren sucht“, weiß BWE-Landesgeschäftsführer Marcus Hrach. Schleswig-Holstein wäre ein idealer Standort, um den riesigen Strombedarf eines solchen Zentrums etwa aus Windkraft zu decken.

Die Landesregierung, die seit Monaten Kontakt zu Google hält und den Besuch organisiert, äußerst sich nur allgemein zum US-Konzern. „Google hat sich zum Ziel gesetzt, seinen riesigen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, und ist der größten Käufer von regenerativen Energien weltweit“, sagt der Chef der Staatskanzlei, Thomas Losse-Müller. „Schleswig-Holstein verfügt über viel Kompetenz im Bereich Erneuerbare Energien, das passt gut zusammen.“ Als Beispiele nannte Losse-Müller die Speicherung von Energie, deren intelligente Nutzung und das Netzmanagement. „Das sind Bereiche, in die Schleswig-Holstein in den letzten Jahren viel investiert hat und die wir bei dem Besuch präsentieren wollen.“

Google hält sich noch bedeckt

Auf dem Programm steht mit der „Norddeutschen Energiewende 4.0“ auch ein bundesweites Vorzeige-Projekt von Hamburg und Schleswig-Holstein. Beide Länder suchen mit Bundeshilfe (40 Millionen Euro) nach Wegen, um bis 2035 den gesamten Strombedarf im Norden durch Öko-Energie zu decken. Dazu sind Demonstrationsanlagen zur Batteriespeicherung des Stroms oder dessen Umwandlung in Wasserstoff geplant. Der Projektleiter für Schleswig-Holstein, Lars Kaiser, freut sich auf den US-Besuch und kennt die Gerüchte über ein Rechenzentrum in Schleswig-Holstein. „Das wäre eine feine Sache.“

Google hält sich allerdings bedeckt. „Es geht in Schleswig-Holstein um einen Gedankenaustausch zu erneuerbaren Energien“, berichtet der Deutschland-Sprecher des Konzerns, Ralf Bremer. Es sei zudem ein Gegenbesuch. Losse-Müller hatte auf einer Wirtschaftsreise im Herbst in der Google-Zentrale in Kalifornien die Werbetrommel für Schleswig-Holstein gerührt. Der Konzern plant derzeit weitere Datenzentren. Sie kosten mehrere hundert Millionen Euro. Google schickt mehrere Top-Manager nach Schleswig-Holstein, darunter den „Global Director of Data Center Energy“, Gary Demasi. Begleitet wird er von Experten für „globale Infrastruktur“. Bisher hat Google in Europa vier Rechenzentren: in Irland, Finnland, Holland und Belgien.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Kommentar

Schleswig-Holstein und Google. Was wäre das für ein tolles Paar: hier das moderne, ökologisch ambitionierte, weltoffene Energiewende-Bundesland mit seinem Überschuss an Windstrom; dort der moderne, ökologisch ambitionierte, weltoffene Lebensvereinfachungs-Konzern mit monströsem Bedarf an Energie für seine Rechenzentren.

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