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Bolzen bestellt und nicht abgeholt?

Rechtsstreit Bolzen bestellt und nicht abgeholt?

Das Metallunternehmen Rother aus Kaltenkirchen sieht sich als David im Kampf gegen Goliath: Ein Händler habe zigtausend Bolzen bestellt, aber nicht abgenommen. Bestimmt gewesen seien die Teile für einen Zulieferer, der auch VW zu seinen Kunden zählt. Nun kommt der Fall vor Gericht.

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Der Streitgegenstand: ein Verriegelungsbolzen für Anhängerkupplungen.

Quelle: Rother

Kaltenkirchen. Sven Rother (47) ist geschäftsführender Gesellschafter der Rother Industrie- und Zerspanungstechnik GmbH & Co. KG mit Sitz in Kaltenkirchen – ein hochspezialisiertes Metall-Unternehmen mit acht Mitarbeitern, das indirekt auch den VW-Konzern zu seinen Abnehmern zählt.

Geschäftsführer Sven Rother.

Quelle:

So hat Rother bis vor Kurzem Zigtausende sogenannte Entriegelungsbolzen hergestellt und an einen Händler in Henstedt-Ulzburg geliefert. Der verkaufte die 151 Millimeter langen und 40 Gramm schweren Teile an den Automobilzulieferer Westfalia Automotive. Der verbaute sie in Anhänger-Kupplungen, die an Autobauer in ganz Europa gingen. Bis Ende 2016 hat diese Lieferkette funktioniert. Doch das ist vorbei.

Insgesamt soll es um offene Rechnungen von 190000 Euro gehen

Bis zu 70000 Entriegelungsbolzen lagern seit Monaten bei Rother und warten darauf, ausgeliefert und in Anhängerkupplungen verbaut zu werden. Rothers Vorwurf: Die Achilles Seibert GmbH mit Sitz in Henstedt-Ulzburg habe die Ware bestellt, aber weder abgenommen noch bezahlt. Insgesamt gehe es um offene Rechnungen von rund 150000 Euro plus weitere 40000 Euro für Teile, die ausgeliefert, aber nicht bezahlt worden seien.

Ende 2014 hatte Rother mit der Produktion der Bolzen begonnen. Vereinbart war nach Darstellung Rothers die Lieferung einer Charge von 20000 Stück alle vier Wochen. Problem für Rother: Er benötigt für diese Menge acht Wochen. „Entsprechend haben wir Bolzen vorproduziert. " Ende 2016 aber habe Achilles Seibert ihm per Mail mitgeteilt, dass keine weiteren Teile mehr benötigt würden.

Im März 2017 flatterte Rother eine einstweilige Verfügung ins Haus, mit der ihm untersagt wird, gegenüber Westfalia zu behaupten, dass Achilles Seibert Rechnungen nicht bezahlt habe und bestellte Teile nicht abnehme. An diesem Freitag verhandelt das Landgericht Kiel über weitere einstweilige Unterlassungsverfügungen. So dürfe Rother nicht behaupten, dass offene Forderungen seit Monaten nicht ausgeglichen und bestellte sowie gefertigte Produkte seit mehreren Monaten nicht abgenommen und nicht bezahlt worden seien. Weder Achilles Seibert noch Westfalia wollten sich mit Hinweis auf das schwebende Verfahren und die anstehende gerichtliche Klärung zu den Vorwürfen äußern.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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