17 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Rote Zahlen bei Color Line

Reederei auf Sparkurs Rote Zahlen bei Color Line

Norwegens größter Fährkonzern ist in schwere See geraten. Die Color Line verzeichnet deutliche Rückgänge bei den Passagierzahlen auf ihren Fährlinien. Mit einem Sparprogramm will die Reederei, die auch die Route Kiel-Oslo betreibt, die Wende schaffen.

Voriger Artikel
Shell geht in Deutschland unter die Stromanbieter
Nächster Artikel
Kräftiger Herbstaufschwung

Auf den Schiffen nach Schweden und Dänemark gingen die Buchungen zurück.

Quelle: Behling

Kiel/Oslo. Personalabbau, stärkerer Fokus auf Internetbuchungen und das Ausflaggen der Fähren sollen das Unternehmen wieder in die Gewinnzone bringen. Grund für den Einbruch sei die wachsende Konkurrenz durch Billigflieger und Fährlinien, deren Schiffe nicht unter norwegischer Flagge fahren, bestätigt die Line.

 Die Reederei setzt besonders beim Personal und in der Verwaltung den Rotstift an. 2008 hatte das Unternehmen 2600 Mitarbeiter, 1600 davon auf den Schiffen. Das Unternehmen will nun zunächst an Land Stellen streichen. Die Zahl der Mitarbeiter sank in Kiel seit 2012 bereits von 60 auf 30. Weitere Schritte sind in Planung. Color-Line-Sprecher Helge Otto Mathisen: „Wir haben ein Rationalisierungsprogramm gestartet, mit dem zwölf Millionen Euro eingespart werden.“

 Weitere Spareffekte werden durch die Einführung einer neuen Buchungsplattform und eines Internetportals erwartet. Im Terminal haben bereits Ticketautomaten Aufgaben von Mitarbeitern übernommen.

 Im vergangenen Jahr hat die Reederei bei einem Umsatz von 509 Millionen Euro laut Geschäftsbericht erstmals einen Verlust von elf Millionen Euro eingefahren. 2014 gab es bei der Color Line außerdem zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang bei den Passagierzahlen. Seit 2012 sank die Zahl der Fahrgäste um 163000 auf 3,95 Millionen. Die Buchungseinbrüche seien auf den Fährrouten nach Dänemark und Schweden verursacht worden, sagt Reederei-Sprecher Mathisen. Diese Routen machen mit vier Fährschiffen 75 Prozent des Passagieraufkommens aus. Die Kiel-Strecke sei der Hoffnungsträger, so der Reedereisprecher: „Wir haben weiter ein Wachstum bei den Kreuzfahrten auf dieser Route.“

 Die Reederei bezeichnet die Rahmenbedingungen beim Fährverkehr als schlecht. Als Grund nennt Mathisen die Konkurrenz durch Billigflieger und die Wettbewerber Stena Line, Fjord Line und DFDS, die ihre Schiffe in dänischen und schwedischen Registern betreiben, was deutlich günstiger als der Einsatz unter norwegischer Flagge sei.

 In der Kritik steht der Eigner der Reederei. Der norwegische Unternehmer Olav Nils Sunde kontrolliert unter dem Dach seiner Holding O.N. Sunde die Color Line. Schlagzeilen machte Sunde in Norwegen, als vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass er und seine Familie trotz der angespannten Lage eine Dividende von 4,6 Millionen Euro erhalten haben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr zum Artikel
Kommentar

Jahrelang war die Color Line ein Reederei-Imperium auf der Ostsee. Norwegens größte Fährreederei hatte eine unangefochtene Position im Skagerrak. Doch das ist vorbei. In den vergangenen zwei Jahren musste das Unternehmen heftige Rückschläge einstecken. Neue Umweltauflagen haben viel Geld gekostet.

mehr
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3