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Rheinmetall hat auch in Kiel gut zu tun

Bilanzpressekonferenz Rheinmetall hat auch in Kiel gut zu tun

Es läuft derzeit wieder gut bei Rheinmetall – im Automobil- wie im Rüstungsbereich. Und heute wird der Konzern daher in Düsseldorf auf der Bilanzpressekonferenz gute Umsatz- und Gewinnzahlen für 2015 präsentieren sowie einen positiven Ausblick auf 2016 geben.

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Auch der Job von Morten Palau ist sicher: Nach einer Durststrecke nimmt der Personalbedarf in Kiel wieder zu.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel/Düsseldorf. Auch der Standort Kiel trägt zu dieser Entwicklung bei und profitiert davon.

 Das Werk in Kiel-Suchsdorf ist gut ausgelastet. Hier befindet sich das Kompetenzzentrum Entwicklung für gepanzerte Kettenfahrzeuge. In Kiel werden neue Fahrzeuge, Rüstsätze, Komponenten und Software entwickelt sowie Prototypen gebaut. Und wenn, wie vor wenigen Wochen, Rheinmetall von Polen den Auftrag erhält, 128 Kampfpanzer Leopard 2 auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, dann werden die Mitarbeiter in Kiel an den vorbereitenden Planungen maßgeblich beteiligt sein.

 Nach Jahren des Personalabbaus steigt wegen der guten Auftragslage nun auch wieder die Zahl der Beschäftigten. Vor fünf Jahren waren es noch knapp 500 plus 90 Leiharbeitskräfte. Doch Rheinmetall musste den Rüstungsbereich wegen hoher Kosten und reduzierter Verteidigungsetats umstrukturieren, verlegte unter anderem den Sitz der Rheinmetall Landsysteme GmbH (RLS) von Kiel nach Unterlüß und baute Personal ab. Im vergangenen Jahr waren 315 Mitarbeiter im Werk tätig, zurzeit sind es 330 sowie mehr als 40 Leiharbeitskräfte. „Wir bauen wieder vorsichtig auf. Das spiegelt unsere Zuversicht wider“, sagt Standortleiter Andreas Baumeier, der auch Entwicklungsleiter für Kettenfahrzeuge bei RLS ist. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 1240 Mitarbeiter und plant in diesem Jahr rund 120 Neueinstellungen.

 Es gibt derzeit reichlich Arbeit für die Kieler – und es wird absehbar mehr. Die Mitarbeiter in Kiel sind an einer ganzen Reihe von Projekten beteiligt. Der neue Schützenpanzer Puma wird zwar bereits – am Standort Unterlüß – in Serie gefertigt. Aber die Entwickler begleiten diesen Prozess. Daher sorgt der Puma immer noch für viel Arbeit auch in Kiel. Weiteres „Top-Projekt“, so Baumeier, sei ein Auftrag aus Indonesien. Für das Land entwickelt und baut Rheinmetall eine Familie von Fahrzeugen.

 In Kiel werden zudem ein völlig neues Fahrzeugkonzept und Technologien auf Basis des (achträdrigen) Radpanzers Boxer entwickelt sowie auf Basis des (sechsrädrigen) Radpanzers Fuchs eine Variante zum Räumen von Kampfmitteln konstruiert. Hinter verschlossenen Türen arbeiten die Ingenieure und Techniker in Suchsdorf an einem völlig neuen Fahrzeugkonzept, das im Juni der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Und auch der Schützenpanzern Marder, nach dem Start der Puma-Serienfertigung eigentlich ein Auslaufmodell, könnte die Kieler bald wieder beschäftigen. Die Bundeswehr überlegt, den Marder doch länger zu nutzen und einen Teil dieser Fahrzeuge modernisieren zu lassen.

 Auf völlig neuartiges Terrain hat sich das Unternehmen mit einem Boden-Radarsystem gewagt, das auf einer Breite von rund vier Metern Kampfstoffe wie Minen in einer Tiefe von bis zu 80 Zentimetern orten kann. „Wir können uns vorstellen, dass dieses System auch für zivile Nutzungen eingesetzt werden kann, beispielsweise im Straßenbau oder in der Landwirtschaft“, sagt Baumeier. Sowohl für zivile und für militärische Zwecke wird seit Jahren in Kiel die Air Start Unit gebaut und weiterentwickelt. Der Bedarf an Bodenstartgeräten für Flugzeuge nehme zu, und Rheinmetall habe mit einer Neuentwicklung mit integrierter Stromversorgung das Einsatzspektrum für diese Geräte noch erweitert, berichtet der Standortleiter.

 Aufgrund dieser vielfältigen Aktivitäten nehme der Standort Kiel im Rheinmetall-Konzern weiter eine wichtige Rolle ein, sagt Baumeier. Der Anteil der Ingenieure (62 Prozent) und Techniker (28 Prozent) an den Beschäftigten ist mit insgesamt 90 Prozent sehr hoch. Und es sei abzusehen, dass im Bereich Forschung und Entwicklung mittelfristig noch weitere Mitarbeiter benötigt würden.

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Ein Artikel von
Jörn Genoux
Wirtschaftsredaktion

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