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Die FSG kann Hoffnung schöpfen

RoRo-Fähren Die FSG kann Hoffnung schöpfen

Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft setzt wieder auf bewährte Produkte. Nach dem Zusammenbruch des Marktes für Offshore-Spezialschiffe sollen jetzt wieder RoRo-Fähren die Auslastung sichern. Ein erster Erfolg ist in Sicht. Mit einer Reederei wurde ein Vorvertrag zum Bau von zwei großen Frachtfähren besiegelt.

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Rückkehr in bekanntes Gewässer: Der Bau großer RoRo-Fähren bei der FSG in Flensburg wird fortgesetzt.

Quelle: Frank Behling

Flensburg. Auslieferung des ersten Schiffes ist bereits in einem Jahr. Das zweite Schiff soll nach Informationen der Kieler Nachrichten im Sommer 2017 folgen. Beide Neubauten sind fürs Mittelmeer geplant. Die Werft selbst will den neuen Auftrag noch nicht kommentieren. Grund ist die Finanzierung, die derzeit noch nicht steht. Vertreter der Werft und der Reederei sind mit den Banken in Verhandlungen. Es geht dabei auch um die Absicherung des Auftrags durch eine Bürgschaft des Landes.

Der Bau der Fähren selbst wäre für die Werft die Rückkehr in vertrautes Gewässer. 2000 startete die FSG den Bau von RoRo-Fähren. Es folgten Aufträge über 47 Fähren für Reedereien aus Dänemark, Belgien, Kanada, Großbritannien und der Türkei. Allein 14 Schiffe wurden für die türkische Reederei UN RoRo gebaut. Der Bau brachte der Werft Gewinne und 14 Jahre lang eine stabile Auslastung. Der Wechsel in das Offshore-Geschäft und die Folgen der Schiffbaukrise brachten die Werft jedoch in Schieflage. Im Oktober 2014 übernahm dann der norwegische Konzern Siem Industries die Werft und ihre 650 Mitarbeiter.

Neubau wird auf Kiel gelegt

Der Name Siem findet sich auch auf der Kundenseite der Werft. Die Reederei Siem Offshore bekommt von FSG die beiden Spezial-Schiffe „Siem Helix 1“ und „Siem Helix 2“. Die 157 Meter langen und 31 Meter breiten Schiffe sind derzeit in der Fertigung. Das erste Schiff soll noch im Frühjahr auf Jungfernfahrt gehen. Das zweite Siem-Schiff liegt auf dem Helgen und soll nächste Woche Freitag vom Stapel laufen. Danach soll der Auftrag für eine Frachtfähre der australische Reederei SeaRoad auf Kiel gelegt werden. Für die Werft ist es dann das erste Mal seit 25 Jahren, dass ein Neubau auf Kiel gelegt wird, ohne dass es einen Anschlussauftrag gibt.

Durch die Absichtserklärung der noch ungenannten Reederei zum Bau der zwei RoRo-Fähren kann diese dramatische Lage abgemildert werden. Nach Informationen dieser Zeitung sind die Verhandlungen inzwischen bereits so weit gediehen, dass mit dem Bau bereits in Kürze begonnen werden kann. Die Schiffe sollen 4094 Lademeter haben und nahezu identisch mit den 2012 und 2013 gebauten RoRo-Frachtern „Ulusoy 14“ und „Ulusoy 15“ sein.

Bereits 1990 vor dem Aus

2013 wollte sich die Werft dem Offshore-Markt zuwenden. Spezialschiffe für die Suche nach Ölfeldern und Bohrschiffe sollten gebaut werden. Durch den Preisverfall beim Erdöl brach im Herbst aber der Markt für diese Schiffe zusammen. Allein in Europa liegen derzeit 100 Spezialschiffe aus diesem Marktsegment auf. Die Folge war ein Stopp weiterer Investitionen in die Erschließung neuer Ölfelder in der Nordsee. Das schlug auch auf die Flottenplanung der großen Reedereien durch.

Bereits 1990 hatte das Unternehmen vor dem Aus gestanden. Damals stieg die Lübecker Reederei Oldendorff ein und rettete die Werft. 2008 verkauften die Lübecker die FSG unmittelbar bei Ausbruch der Schifffahrtskrise. Oldendorff hatte die Werft saniert und vom Container- auf den Fährschiffsmarkt umgestellt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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