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Arbeitsplätze auf Höchststand seit 20 Jahren

Rüstungsindustrie im Norden Arbeitsplätze auf Höchststand seit 20 Jahren

U-Boote, Panzer, Luftfahrttechnik – in Schleswig-Holstein hat die Rüstungsindustrie beachtliches Gewicht und verbucht im Gegensatz zu anderen Industriesektoren Zuwächse. Die Branche fordert vom Bund höhere Ausgaben.

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Der U-Boot-Bau ist eine wirtschaftliche Größe in Schleswig-Holstein und besonders in Kiel.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Die Wehrtechnik-Industrie in Schleswig-Holsten hat mit derzeit 6000 Beschäftigten den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. „Die Entwicklung ist durchaus positiv“, sagte der Vorsitzendes des Arbeitskreises der Branche im Norden, Dieter Hanel, der Deutschen Presse-Agentur. Die Beschäftigtenzahl sei seit 2011 um 20 Prozent gestiegen.

Allein der Standort Kiel kommt mit den Werften ThyssenKrupp und German Naval Yards sowie einem Dutzend weiterer Firmen auf rund 4200 Mitarbeiter. Der gesamte Umsatz in Schleswig-Holstein bewege sich bei steigender Tendenz zwischen 1 und 1,5 Milliarden Euro, sagte Hanel vor dem Hintergrund einer ganztägigen Konferenz am Donnerstag in Kiel mit Militärs, Branchenvertretern, Sicherheitsexperten und Politikern.

Export ist überlebenswichtig

Der Exportanteil betrage zwischen 50 und 70 Prozent. „Ohne Export wäre die schleswig-holsteinische Rüstungsindustrie nicht überlebensfähig“, sagte Hanel. Von den 17 größten Aufträgen der letzten vier Jahre seien 15 aus dem Ausland gekommen. Staaten aus der Golfregion und Asien seien derzeit die wichtigsten Kundenländer.

Von den 28 Unternehmen der Rüstungsindustrie im Norden sind 14 mit Marinetechnik befasst. Im Land werden aber nicht nur U-Boote oder andere Marineschiffe gebaut, sondern auch Panzer vom Typ „Leopard 2“, Schützenpanzer „Puma“. Kommunikations- und Luftfahrttechnik gehören ebenfalls zur Produktionspalette. „Die Wehrtechnik bildet eine wichtige industrielle Basis in Schleswig-Holstein“, sagte Hanel. In Kiel zum Beispiel entfielen 40 Prozent der Industriearbeitsplätze auf diese Branche.

Industrie findet Verteidigungsetat zu niedrig

Für unangemessen angesichts der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands hält die Rüstungsindustrie im Land die Ausgaben für den Verteidigungsetat. Mit einem Anteil von 1,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt liege Deutschland in der Nato nur an 16. Stelle und weit unter der Vorgabe von 2 Prozent, sagte Hanel. Auch sei der Anteil für Forschung, Entwicklung und Investitionen am Verteidigungsetat mit 13,7 Prozent deutlich zu niedrig, da 20 Prozent gefordert seien. Eine Trendumkehr sei aber absehbar, sagte Hanel.

Insgesamt sind in Norddeutschland 93 Unternehmen in der Wehrtechnik tätig. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten 1000 Menschen in elf Rüstungsbetrieben. Hamburg kommt auf zwölf Unternehmen.

Von dpa

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