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Saisonaler Anstieg der Arbeitslosenzahlen

Schleswig-Holstein Saisonaler Anstieg der Arbeitslosenzahlen

Trotz eines saisonalen Anstiegs hält der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt im Norden an. Zwar stellen die Betriebe in den Ferien kaum ein. Im Vorjahresvergleich sind die Arbeitslosenzahlen im August aber weiter rückläufig. Auch Flüchtlinge finden Jobs.

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Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,2 Prozent.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Kiel. Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein hat durch die typische Sommerflaute etwas an Schwung eingebüßt. Im August waren laut Regionaldirektion für Arbeit 94 300 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 1900 oder zwei Prozent mehr als noch im Juli. Erstmals seit 1993 waren in einem August aber weniger als 95 000 Menschen ohne Job. Im Vorjahresvergleich sinken die Zahlen weiter. Im August 2015 waren 3600 oder 3,6 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,2 Prozent, nach 6,5 Prozent im Vorjahresmonat.

Die späten Sommerferien seien der Grund für den Anstieg im Vergleich zum Juli, sagte Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann. „Da stellen die Betriebe kaum ein.“ Einstellungen erfolgten meist erst nach dem Ende der Ferienzeit. „Die beschriebene Einstellungspraxis wird sich positiv auf die Septemberdaten auswirken und im kommenden Monat zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen führen.“

Denn laut Haupt-Koopmann setzt sich die positive wirtschaftliche Entwicklung seit Jahresbeginn weiter fort. Das gelte auch für Arbeitskräftenachfrage. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg mit Stand Juni im Vorjahresvergleich um 24 500 oder 2,7 Prozent ab. Demnach waren 939 000 Menschen im nördlichsten Bundesland sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Dazu gehören auch immer mehr Flüchtlinge. „Pro Monat schaffen es 100 bis 200 Menschen auf den Arbeitsmarkt“, sagte Haupt-Koopmann. Diese Hilfesuchenden aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, dem Irak oder dem Iran seien allerdings meist schon etwas länger im Norden.

Gleichwohl waren im August 16 000 Ausländer im Norden arbeitslos gemeldet. Das sind 2500 mehr als noch vor einem Jahr. Grund sind laut den Experten die gestiegenen Flüchtlingszahlen. Aufgrund der beschleunigten Asylverfahren sei „irgendwann in der zweiten Jahreshälfte ein Schwung zu erwarten“, sagte Haupt-Koopmann.

Unter den Kreisen ist die Quote weiterhin in Stormarn mit 3,7 Prozent am niedrigsten und in Dithmarschen mit 6,9 Prozent am höchsten. Bei den kreisfreien Städten steht Lübeck mit 8,9 Prozent am besten da und Kiel mit 9,7 Prozent am schlechtesten.

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