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Weniger Arbeitslose im April

Schleswig-Holstein Weniger Arbeitslose im April

Die Arbeitslosigkeit ist in Schleswig-Holstein im April deutlich zurückgegangen. Ende des Monats waren im nördlichsten Bundesland 97 962 Menschen ohne festen Job und damit 4532 oder 4,4 Prozent weniger als im März, wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag in Kiel berichtete.

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Die Arbeitslosigkeit ist in Schleswig-Holstein im April deutlich zurückgegangen.

Quelle: Patrick Seeger/dpa

Kiel. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen Rückgang um 3938 oder 3,9 Prozent. „Die Frühjahrsbelebung setzt sich fort, und der konjunkturelle Rückhalt stimmt nach wie vor“, sagte Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann bei der Vorstellung der Zahlen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,6 Prozent, nach 6,9 Prozent vor einem Jahr.

„Zum ersten Mal seit 1993 können wir — dank anhaltender Frühjahrsbelebung und der guten konjunkturellen Lage — bereits im April eine Arbeitslosenzahl von unter 100000 melden“, sagte Haupt-Koopmann. Saisonal üblich gab es im April aber regional unterschiedliche Entwicklungen. „Die Zahl der Arbeitslosen ist in den touristisch geprägten Kreisen Nordfriesland (minus 18 Prozent) und Ostholstein (minus 17,0 Prozent) im Vergleich zum Vormonat März überproportional zurückgegangen.“

Unter den Kreisen hatte Dithmarschen im April mit 7,2 Prozent die höchste Arbeitslosenquote und Stormarn mit 3,9 Prozent die niedrigste. Bei den kreisfreien Städten stand Neumünster mit 10,6 Prozent am schlechtesten da und Kiel mit 9,8 Prozent am besten.

Trotz der generell positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bereitet die Langzeitarbeitslosigkeit den Experten weiter Sorgen. Menschen, die mehr als ein Jahr ohne festen Job sind, profitieren weit weniger von der Belebung auf dem Arbeitsmarkt. Ihre Zahl sei im Jahresdurchschnitt seit 2011 wieder angestiegen, sagte Haupt-Koopmann. Aktuell gibt es etwa 36000 Langzeitarbeitslose im Land.

„Es gibt da einen Königsweg“, erklärte Haupt-Koopmann. Hoffnungen setzen die Experten auf ein neues Programm für 800 Betroffene im Norden mit Fördermitteln in Höhe von 29 Millionen Euro. Dabei erhalten Unternehmen, die Langzeitarbeitslose einstellen, für bis zu drei Jahre Lohnzuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent. Voraussetzung ist, dass die Menschen danach mindestens sechs Monate lang weiterbeschäftigt werden.

Außerdem stehen den Langzeitarbeitslosen Coachs zur Seite, die sie bei der Rückkehr in den Job unterstützen sollen. „Wenn die Menschen intensiv begleitet werden, steigen die Chancen elementar an, dass sie Fuß fassen“, sagte Haupt-Koopmann. Sie sprach von einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) betonte: „Trotz guter bis sehr guter Rahmenbedingungen kommt der Aufschwung am Arbeitsmarkt bei den Langzeitarbeitslosen nur sehr eingeschränkt an.“ Besonders betroffen seien Ausländer, Ältere, Schwerbehinderte und Frauen. Das Land fördere deshalb 16 Projekte, mit denen Langzeitarbeitslose wieder die Rückkehr ins Berufsleben schaffen sollen. Daran nehmen rund 1700 Menschen teil. Das Fördervolumen beträgt 6,7 Millionen Euro.

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