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Strompreise steigen stark an

Schleswig-Holstein Netz AG Strompreise steigen stark an

Drei Jahre lang hatten die Stromkunden Ruhe – nun steht ihnen erneut eine Erhöhung des Strompreises ins Haus. Nachdem der Übertragungsnetzbetreiber Tennet vor Kurzem eine drastische Anhebung seiner Netzentgelte um fast 80 Prozent angekündigte hat, zog nun die Schleswig-Holstein Netz AG (Rendsburg) nach.

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Drei Jahre lang hatten die Stromkunden weitgehend Ruhe – nun steht ihnen erneut eine Erhöhung des Strompreises ins Haus.

Quelle: Martin Schutt/dpa (Symbolfoto)

Kiel/Rendsburg. Das Gemeinschaftsunternehmen von Kommunen und Hansewerk AG (Quickborn) wird seine Netzentgelte im kommenden Jahr um 14 Prozent erhöhen. Diese Kosten der Netznutzung schlagen in einer durchschnittlichen Stromrechnung mit einem Viertel zu Buche, im Norden allerdings noch deutlich stärker. Damit werden die Stromkunden im Energiewendeland Schleswig-Holstein einmal mehr besonders kräftig zur Kasse gebeten. 

Mehrere regionale Stromversorger – darunter auch die Stadtwerke Kiel – kündigten an, die Kostensteigerung an ihre Kunden weiterzugeben, konkrete Summen jedoch wurden nicht genannt. Branchenexperten gehen davon aus, dass auf einen durchschnittlichen Haushalt jährliche Mehrkosten von rund 40 Euro zukommen. Denn hinzu kommt noch der absehbare Anstieg der EEG-Umlage. Derzeit zahlen Stromkunden 6,35 Cent pro Kilowattstunde für die Förderung erneuerbarer Energien. Diese Umlage wird 2017 voraussichtliche auf mindestens 7,1 Cent steigen. Die genaue Höhe wird Mitte Oktober veröffentlicht. 

„Aufgrund der prognostizierten Rahmenbedingungen für Netzentgelte und EEG-Umlage gehen wir davon aus, dass wir die steigenden Kosten nicht mehr auffangen können“, heißt es bei den Stadtwerken Kiel. In welcher Größenordnung sich die Preiserhöhung bewege, stehe jedoch noch nicht fest. Die Stadtwerke Eckernförde kündigten an, die steigenden Kosten an die Kunden weiterzugeben. Die Stadtwerke Plön und Neumünster wollten sich soweit nicht festlegen, befürchten allerdings, an einer Preiserhöhung nicht vorbeizukommen.

Als Grund für die Erhöhung der Netzentgelte nannte die SH Netz AG unter anderem die hohen Kosten für den Bau neuer Leitungen, aber auch steigende Belastungen für die Zwangsabschaltung von Wind- und Solaranlagen als Folge von Netzengpässen. Allein in Schleswig-Holstein  erwartet das Unternehmen Entschädigungszahlungen für sogenannten „Phantomstrom“ in Höhe von mehr als 300 Millionen Euro. Diese Summe fließt in die Berechnung der Netzentgelte ein, die jedoch nicht bundesweit gleichmäßig umgelegt werden, sondern vor allem von Verbrauchern in Regionen mit hohem Ökostrom-Anteil aufgebracht werden müssen. Die jährliche Sonderbelastung für einen durchschnittlichen Haushalt in Schleswig-Holstein beziffert die SH Netz AG  auf bis zu 134 Euro.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Rund 40 Euro mehr für Strom im Jahr. 3,30 Euro im Monat oder elf Cent am Tag. Lohnt es, sich über solche Summen aufzuregen? Natürlich nicht. Doch bei den Kosten der Energiewende ist es mit einer Momentaufnahme nicht getan.

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