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Das Qualitätssiegel wird 50

Schleswig-Holstein Das Qualitätssiegel wird 50

Das grün-blaue Qualitätssiegel auf regionalen Lebensmittel-Produkten aus Schleswig-Holstein feiert sein 50-jähriges Bestehen. Experten sind sich einig: Regional ist ein Trend — und auch ein Werbemittel für den Norden.

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Das schleswig-holsteinische Qualitätssiegel feiert am Mittwoch sein 50-jähriges Jubiläum.

Quelle: Claudia Thaler/ dpa

Kiel. „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“ – seit 50 Jahren werden regional hergestellte Produkte mit dem blau-grünen Gütezeichen der Landwirtschaftskammer versehen. Ihnen werden damit höchste Standards bescheinigt, beginnend mit der Produktion über die Weiterverarbeitung bis zur Vermarktung. „Das Gütezeichen steht für eine einmalige Erfolgsgeschichte, die für die Stärkung regionaler Produkte und das Vertrauen der Konsumenten in sie steht“, sagt der Präsident der Landwirtschaftskammer Claus Heller.

Das Qualitätssiegel aus dem Norden war das erste regionale Gütezeichen, das in Deutschland eingeführt wurde. Im Laufe der Jahre entwickelte es sich weiter – mit dem wissenschaftlichen Fortschritt, der Technologie und den wachsenden Ansprüchen des Verbrauchers.

Im Jahr 1965 erteilt der damalige Landwirtschaftsminister Ernst Engelbrecht-Greve in einem offiziellen Brief an die Landwirtschaftskammer den Auftrag, ein solches Gütesiegel zu entwerfen. Nur rund zwei Jahre nach diesem Schreiben stehen mit dem Prüfsiegel versehene Waren erstmals in den Regalen von Einkaufsmärkten: Sowohl Karstadt in Neumünster, der Konsummarkt NRW als auch Edeka in Berlin machen mit den geprüften Gaumenfreuden guten Umsatz.

Zu den ersten Zeichen-Trägern gehören der Holsteiner Katenschinken und der Holtseer Tilsiter. Auch die echten Kieler Sprotten, das Flensburger Pils und das Lübecker Marzipan zählen zu den Klassikern mit dem Qualitätsnachweis. Geprüft werden die Waren bereits seit 1970 nicht nur auf Geschmack und Äußeres, sondern auch durch Laboranalysen. Seit den 90er-Jahren werden zudem die Verarbeitungsprozesse in den Betrieben genau unter die Lupe genommen.

Dank gezielter Werbe- und Verkaufsaktionen steigt der Bekanntheitsgrad des Gütezeichens rasch an. Bereits 1973 werden die Produkte bundesweit angeboten. Ab 1986 taucht das Zeichen auch auf internationalen Messen auf: in New York, San Francisco Moskau, Paris oder Neu-Delhi.

Mit der langjährigen Tradition des Siegels verbindet Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ganz persönliche Erinnerungen: „Ich denke dabei an den Kaffeetisch meiner Oma, reich gedeckt mit Kuchen und frischen Erdbeeren.“ Doch trotz solcher Kindheitserinnerungen sei das Siegel kein „Omazeichen“. Es stelle sich den Herausforderungen der Zukunft.

Eine solche Herausforderung sind die wachsenden Ansprüche des Konsumenten. „Der Kunde fragt heute nicht mehr nur ,Wie schmeckt die Milch?’, sondern er will auch wissen, ob die Kuh auf der Weide gestanden hat“, sagt Gudrun Köster von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Aspekte wie Tier- und Naturschutz spielten eine größere Rolle. Künftig werde sogar verstärkt die Frage den Kauf beeinflussen: Wie viel brauche ich wirklich und wozu? Der Käufer werde eher auch einmal bewusst verzichten, etwa auf Fleischkonsum, sagt Hanni Rützler vom Zukunftsinstitut Frankfurt/Wien. Unter diesen Bedingungen müssten Produkte durch ihre Qualitätsmerkmale noch stärker überzeugen.

Dass das Gütezeichen weiter Bestand haben wird, davon ist Claus Heller überzeugt. Gerade in dem „weiten Meer der anonymen Globalisierung“ wirkten regionale Marken „wie ein Anker“, der dem Verbraucher Sicherheit und Orientierung gebe. Und das, wenn es nach dem Landwirtschaftskammerpräsidenten geht, auch noch in den nächsten 50 Jahren.

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Ein Artikel von
Susann Burwitz
Nachrichten- Redaktion

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