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„Viele wussten nicht, worüber sie abstimmten“

Schönbergerin zum Brexit „Viele wussten nicht, worüber sie abstimmten“

„Ich bin immer noch schockiert“, sagt Heike Platt am Freitagmorgen am Telefon. Die gebürtige Schönbergerin lebt seit acht Jahren in England. „Als ich heute Morgen aufwachte und den Fernseher einschaltete, war ich tieftraurig.“ Der Brexit hat sie fassungslos gemacht.

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Heike Platt aus Schönberg ist mit einem Engländer verheiratet. Sie fürchtet, dass die Briten am Brexit noch lange zu knabbern haben.

Quelle: hfr

Normanton/Kiel. Die 31-Jährige arbeitet als Büroleiterin bei Really Useful Products in Normanton bei Leeds, einer Firma, die hochwertige Kunststoffboxen für Bürobedarf und Haushalt anfertigt und über einen großen Kundenstamm in Europa verfügt. Sie habe es noch nie erlebt, dass so viele Menschen wählen gegangen sind. „Der Verkehr staute sich vor den Wahllokalen. Natürlich bin ich mit den Leuten ins Gespräch gekommen. Zahlreiche Engländer wussten gar nicht, worüber sie abstimmten“, sagt Heike Platt. Die Brexit-Befürworter hätten in den vergangenen Wochen nur ein Ziel gehabt: Ängste schüren. Werbeplakate mit einem Flüchtlingszug aus Rumänien, Migranten, die den Staat ausrauben: „Es war reine Propaganda. Die positiven Aspekte, und dass die anderen europäischen Länder Großbritannien gerne weiter im EU-Verbund gesehen hätten, wurden größtenteils ausgeblendet – auch in den Medien“, sagt Platt.

Ihr Chef, Mike Pickles, erwirtschaftet rund 20 Prozent des Firmenumsatzes in EU-Ländern außerhalb des Vereinigten Königreichs. „Ich stelle mich auf härtere Zeiten ein“, sagt er. „Etwas anderes bleibt mir ja nicht übrig.“

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Ein Artikel von
Sven Hornung
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