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Seit 125 Jahren im Geschäft

Marktführer Rosen-Kordes Seit 125 Jahren im Geschäft

Sie gilt als die Königin der Blumen. Ihr Duft ist betörend. Vielfach besungen, als Symbol für die Liebe beschrieben, gilt die Rose dem Gartenfreund aber auch als komplizierte Diva, die gehegt und gepflegt werden will. Doch wenn sie blüht, ist die Mühsal meist vergessen. Von Burkhard Fuchs

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250 Rosensorten und 140 Mitarbeiter: Tim-Hermann Kordes, einer der zwei geschäftsführenden Gesellschafter von Rosen Kordes, beliefert von Schleswig-Holstein aus viele Gartenfreunde. Das Unternehmen genießt dabei weltweit einen guten Ruf.

Quelle: Burkhard Fuchs

Sparrieshoop. Seit mehr als 125 Jahren beschäftigt sich Rosen-Kordes mit der Rosenzucht und hat sich dabei zum Marktführer mit Weltruf entwickelt. 1887 von Wilhelm Kordes in Elmshorn gegründet, zog der Betrieb nach dem Ersten Weltkrieg ins benachbarte Sparrieshoop, wo das Unternehmen heute in vierter Generation von Tim-Hermann Kordes und seinem Cousin Wilhelm Kordes III. geführt wird und 140 Mitarbeiter beschäftigt.

 Tausende von Rosenfreunden zieht es jedes Jahr nach Sparrieshoop, um die zwei Hektar große Gewächshausfläche, die blühenden Rosenfelder und den neu gestalteten Rosengarten am Firmensitz in der Rosenstraße einmal selbst zu bestaunen, wo jedes Jahr Hunderttausende von neuen Keimlingen aufwendig gekreuzt, veredelt und angepflanzt werden. Der Ausleseprozess ist enorm: Von 250000 Sämlingen kommen nach acht Jahren Züchtung nur acht in den Handel, erklärt Kordes. Jahr für Jahr würden all jene Rosensorten aussortiert, die nicht richtig wachsen, kaum duften, schlecht aussehen oder krank werden. Am Ende müsse die Rose etwas Besonderes an sich haben, sonst käme sie nicht in den Katalog, in dem auf 150 Hochglanzseiten 250 Gartenrosen präsentiert werden. „Noch eine weitere rosa Beetrose brauchen wir nicht“, erklärt Kordes. „Die neue Züchtung muss eine qualitative Verbesserung sein. Das ist wie bei Autobauern, die ihre Modelle auch ständig modernisieren.“

 Rosen-Kordes ist weltweit führend bei der Züchtung von besonders widerstandsfähigen und mit dem begehrten ADR-Prüfprädikat des deutschen Rosenverbandes ausgezeichneten Sorten, die ohne Fungizide blühen und nicht eingehen. „Wir sind heute Weltmeister und absoluter Marktführer bei den gesunden Rosen“, sagt Kordes. „Darauf sind wir stolz.“

 Als Kordes 1990 in die Geschäftsführung eintrat, fing er an, den Rosenanbau zu revolutionieren. Erste Rosenzuchtfelder ließ er ohne Sprüheinsatz sprießen. Ein Prozess, der von den Altvorderen in der Familie zunächst skeptisch betrachtet wurde und der immer wieder herbe Rückschläge erlitt, weil viele Rosen anfangs eingingen. „Heute ernten wir die Früchte, die wir damals gesät haben.“ So wird der große Rosengarten für Firmenbesucher nur noch dreimal pro Jahr und nicht mehr jede Woche gespritzt. Neben dem Umweltaspekt ist dies ein enormer Vorteil für die Gartenfreunde. Es macht die Pflege für die Verbraucher leichter und die Rosen widerstandsfähig gegen Schädlinge.

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