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Der Norden scheut die Selbstständigkeit

Weniger Arbeitslose Der Norden scheut die Selbstständigkeit

Es gibt weniger Existenzgründer in Schleswig-Holstein, anders als etwa in Hamburg, wo die Zahl immer weiter steigt. Schuld sind aber nicht nur mangelnde Förderprogramme oder weniger Ideen - sondern schlicht die sinkende Arbeitslosigkeit.

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Im Norden wagen nur wenige Menschen eine Existenzgründung.

Quelle: imago/westend61

Kiel.. Die niedrige Arbeitslosigkeit im Norden führt dazu, dass sich weniger Menschen selbstständig machen: „Die Work-Life-Balance spielt bei jungen Leute eine große Rolle“, sagt Nils Thoralf Jarck, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lübeck. „Sie überlegen sich genau, ob sie sich die Mühe machen sollen, selbst etwas aus dem Boden zu stampfen und gerade am Anfang viel Zeit in das neue Unternehmen zu stecken, oder ob sie dann nicht doch lieber die 40-Stunden-Woche als Angestellter wählen.“

In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Gewerbeanmeldungen nach Angaben des Statistikamts Nord zurückgegangen. Sie sank 2016 in Kiel um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, ebenso in Neumünster (minus 17) und Flensburg (minus 20). Nur Lübeck verzeichnete ein leichtes Plus um 0,7 Prozent.

Nur noch 129 Gründer je 10000 Einwohner

Den Rückgang zeigen auch die Daten des Gründungsmonitors der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Danach gibt es 129 Gründer je 10.000 Einwohner im Norden. Das Bundesland rutscht von Platz sechs auf Platz zehn im Ländervergleich ab.

Prof. Dr. Petra Dickel vom Zentrum für Entrepreneurship an Christian-Albrechts-Universität zu Kiel fordert: „Es gibt hier schon Fördermittel wie beispielsweise das Gründerstipendium, die fruchten. Derartige Förderungen müssen noch umfangreicher angeboten werden.“ Gute Rahmenbedingungen seien in Schleswig-Holstein besonders wichtig, weil sonst junge Gründer in die Nachbarschaft, etwa nach Hamburg, abwanderten.

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