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Männer dominieren Gründerszene

Selbstständigkeit Männer dominieren Gründerszene

Aller Fördermaßnahmen zum Trotz: Unternehmensgründungen in Schleswig-Holstein sind nach wie vor klar männlich dominiert. Und wenn Frauen gründen, dann meist im Nebenerwerb, während Gewerbeanmeldungen des männlichen Geschlechtes wirtschaftlich von größerer Bedeutung sind – zumindest potenziell.

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Das Interesse an Selbstständigkeit ist groß, doch noch immer setzenviel zu wenig Frauen ihre Pläne auch um.

Quelle: U. Annas

Kiel. Unternehmensgründungen in Schleswig-Holstein sind noch immer männlich dominiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Statistikamtes Nord.

Unter die Lupe genommen hat Autor Bernd Grocholski-Plescher die Entwicklung im Zeitraum 2005 bis 2015. Sein Fazit: „Trotz leichter Annäherung hat sich der Abstand zwischen Frauen und Männern in puncto Selbstständigkeit nicht wesentlich verringert.“

 IHK: Frauen sind nicht weniger an Gründung interessiert

Von den rund 645000 erwerbstätigen Frauen im Land waren im Durchschnitt 2015 etwa 51000 selbstständig, was eine Selbständigenquote von 7,9 Prozent (2005: 7,1 Prozent) ergibt. Zum Vergleich: Die Männer kommen mit 725000 Erwerbstätigen und davon etwa 100000 Unternehmern auf eine Selbstständigenquote von 13,8 (2005: 15,0) Prozent. Zu berücksichtigen bei diesen Werten ist allerdings, dass die Zahlen auf der Statistik der Gewerbeanzeigen basieren, womit Freie Berufe wie Arzt/Ärztin oder Rechtsanwalt/Rechtsanwältin nicht berücksichtigt sind.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) zeigte sich von den Zahlen nicht überrascht, betonte jedoch, dass eine männerdominierte Gründerszene ein bundesweites Phänomen sei: „Es gibt zwar durchsetzungsstarke Frauen, die dabei sind, doch das sind noch immer viel zu wenig.“ Damit gehe viel Potenzial verloren. Nötig seien „eindeutig mehr“ Anstrengungen, um Frauen zu motivieren, „in ein eigenes Business mit eigenem Risiko reinzugehen“.

Potenzial bleibt unausgeschöpft

Nach Einschätzung der IHK Schleswig-Holstein mangelt es Frauen keineswegs am Interesse an einer Selbständigkeit: „Im vergangenen Jahr haben wir fast jedes zweite Gespräch zur Existenzgründung mit Frauen geführt“, sagt IHK-Expertin Julia Körner. Doch bleibe das Potenzial unausgeschöpft: „Der Anteil der Frauen an denjenigen, die dann tatsächlich ein Unternehmen gründen, liegt weiterhin bei rund 30 Prozent.“

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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