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Ein alter Landhof als Lebenstraum

Serie: Zurück auf Los Ein alter Landhof als Lebenstraum

Manchmal muss man weit reisen, um zu Hause anzukommen. Diese Erfahrung haben auch Esther (47) und Jörg Ahrendt (52) gemacht. Anfang 2010 kündigten sie spontan ihre Jobs als Marketingleiterin und Journalist in Hamburg und gingen monatelang im VW-Bus auf Europatour – vage Zukunftsvorstellungen im Handgepäck.

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Sie war Marketingchefin, er arbeitete als Journalist. Doch Anfang 2010 kündigten Esther und Jörg Arendt ihre Jobs, um noch einmal etwas ganz Neues zu beginnen. In Passade entdeckte das Ehepaar einen alten Landgasthof, den es zum stilvollen Landhotel und Café „Fischerwiege“ aus- und umbaute.

Quelle: Uwe Paesler

Passade. Kaum zurück wussten sie jedoch genau, was sie wollten, und erfüllten sich mit dem Kauf eines alten Landgasthofs in Passade einen Lebenstraum. Zunächst sei das nur eine „spinnerte“ Idee gewesen, erklärt der studierte Volkswirt Ahrendt. „Mir hat meine Arbeit als Lokalredakteur Spaß gemacht, aber irgendwann stellt sich wohl jeder die Frage, ob er noch einmal etwas ganz Neues machen will. Bei uns war es 2009 soweit.“ Nach und nach sei dann der Gedanke, ein kleines Landhotel zu betreiben, in ihnen gereift. Konkret wurde es erstmals während eines zweiwöchigen Urlaubs in Südfrankreich: „Hier entwickelten wir unser Konzept“, erinnert sich der gebürtige Bad Oldesloer.

Der Traum vom Landhaus

Parallel dazu suchte das Ehepaar nach geeigneten Objekten. „Als wir das Haus in Passade entdeckten, war das Liebe auf den ersten Blick“, sagt Esther Ahrendt. Schnell war klar: „Ja, das wollen wir machen.“ Doch ganz so einfach war es dann doch nicht. „Das 1826 gebaute Haus hatte damals nur vier Hotelzimmer. Das Hauptaugenmerk lag hier auf der Gastronomie – anders als in unserem Konzept“, sagt die studierte Kulturwissenschaftlerin. Und so dauerte es noch zwei weitere Jahre und diverse Hotelbesichtigungen, bis sie wussten, wie sie aus dem alten Landgasthof unweit von Kiel, der früher „Schöne Aussicht“ hieß, ihr kleines, aber feines Landhotel machen können. „Uns war klar: Wenn wir unseren Traum jemals realisieren wollen, dann jetzt“, sagt Esther Ahrendt. Und so kauften sie 2011 den Dorfkrug in Passade. Eine Finanzierung für den Hotelausbau lag da allerdings noch nicht vor. „Das war im Nachhinein ein bisschen Harakiri“, gibt die gebürtige Harburgerin zu. Schließlich sei es in der heutigen Zeit nicht ganz einfach, Banken von einem Hotel-Konzept zu überzeugen. „Aber wir waren uns so sicher, dass es klappen würde. Das haben wir dann auch überzeugend rübergebracht und bekamen den Zuschlag.“

"Lebenswandel" kam gut an

Mit eigenem Engagement und der Unterstützung einer Innenarchitektin verwandelten die beiden Neu-Hoteliers das reetgedeckte Haus 2012 innerhalb von vier Monaten in das stilvoll eingerichtete Landhotel und Café „Fischerwiege“ mit sechs Doppelzimmern, drei Juniorsuiten sowie zwei Suiten. Parallel zu den Renovierungsarbeiten kam dann auch noch Tochter Bente zur Welt. „Das war teilweise schon recht turbulent, da wir zu dieser Zeit lediglich in einer 40 Quadratmeter großen Suite mit Küchenpantry wohnten.“

Bei Freunden kam der „Lebenswandel“ von Esther und Jörg Ahrendt sehr unterschiedlich an: „Einige haben uns für verrückt erklärt, andere bewunderten unseren Mut.“ Bereut haben sie ihre Entscheidung, nach Schleswig-Holstein zurückzukehren, allerdings nie. „Bereits während unserer Europa-Reise haben wir gemerkt, dass wir unbedingt wieder in den Norden zurück wollen“, sagt Jörg Ahrendt. Die Mentalität der Menschen gefalle ihnen hier einfach. Anderen rät er: „Wer in seinem Leben noch einmal neu anfangen möchte, sollte dies nicht aus einer Bauchlaune heraus machen.“ Ein klares Konzept sei das A und O.

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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