23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Nachfrage nach Schließfächern ist riesig

Sicherheit Nachfrage nach Schließfächern ist riesig

Aus Angst vor Einbrechern deponieren immer mehr Schleswig-Holsteiner ihre Wertsachen bei Banken. Laut Kriminalstatistik nahm die Zahl der bundesweiten Wohnungseinbrüche 2015 um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 167000 zu, in Schleswig-Holstein sogar um 12,3 Prozent auf 8456 angezeigte Fälle.

Voriger Artikel
TKMS entgeht U-Boot-Deal für Kiel
Nächster Artikel
Drägerwerk rutscht noch tiefer in Verluste

Zum Deponieren von Wertsachen ist ein Schließfach sicherer als ein heimisches Versteck. Der Mietpreis hängt von der Größe ab.

Quelle: dpa

Kiel. Eine Umfrage unter Geldhäusern im Norden bestätigt diese Tendenz. „Durch die Einbruchserien fragen unsere Kunden verstärkt nach Schließfächern“, sagt zum Beispiel Caroline Toffel, Vorstandsmitglied der Kieler Volksbank. Lediglich in den Filialen in Kiel-Gaarden und Preetz gibt es für Kunden der Bank noch Tresorraum, „sonst sind wir ausgebucht“, sagt Toffel. Die Miete für ein Schließfach kostet bei der Volksbank je nach Größe jährlich zwischen 35 und 140 Euro, Bargeld bis in einer Höhe von 5000 Euro ist dabei mitversichert.

„Wir verfügen noch über Schließfächer in unseren Filialen, aber die Nachfrage steigt weiter, weil die Kunden auf Nummer sicher gehen wollen“, sagt Commerzbank-Sprecherin Dagmar Baier. Ab 75 Euro kostet ein Schließfach bei der Bank. Gegenstände im Wert bis 26000 Euro sind im Mietpreis mitversichert, Bargeld allerdings nicht. „Wir stellen eine stabile Nachfrage nach Schließfächern fest, diese sind bei uns ausreichend verfügbar“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bank. Je nach Größe kostet ein Fach von 59,50 bis 476 Euro.

Auch bei den Sparkassen steigt die Nachfrage

Auch bei den 50 Filialen der Förde Sparkasse steigt die Nachfrage: Waren im Januar 2015 noch 61,3 Prozent der insgesamt 15739 Schließfächer vermietet, verzeichnete das Institut im Januar 2016 bereits eine Auslastung von 65,8 Prozent. „Die Nachfrage steigt weiter, viele unserer Kunden wünschen sich diese Sicherheit“, sagt Sparkassen-Sprecher André Santen. Die Auslastung sei dabei von Filiale zu Filiale sehr unterschiedlich: Während beispielsweise Fockbek und Klausdorf 100-prozentige Auslastung melden, seien in Fleckeby nur 17 Prozent der Schließfächer belegt, die je nach Größe zwischen 50 und 110 Euro jährlich kosten. Während Bargeld auch hier nur extra versichert werden kann, sind Wertgegenstände je nach Standort mit bis zu 10000 Euro mitversichert. Auch die Hersteller von Tresoren profitieren von diesem Trend: Laut „Tagesspiegel“ wurden in den vergangenen zwölf Monaten 27 Prozent mehr Safes verkauft.

 Laut einer Auswertung des Münchener Vergleichsportals Check24 haben Schleswig-Holsteiner 20 Prozent mehr als im Bundesschnitt Hausratsversicherungen abgeschlossen. Beim Versicherer Provinzial will man diese Entwicklung nicht bestätigen: „Wir verzeichnen keinen rapiden Anstieg bei der Nachfrage nach Hausratsversicherungen“, sagt eine Sprecherin. Zwar habe die Provinzial 2015 vier Prozent mehr Meldungen von Einbruchdiebstählen als ein Jahr zuvor verzeichnet. „Eine Erhöhung der Prämie zieht dies nicht nach sich. Wir halten den Hausratstarif für unsere Kunden in diesem Jahr weiterhin stabil“, sagte die Sprecherin. Sie rät jedoch, Wertvolles in ein Bankschließfach oder einen Safe zu schließen: „Größere Mengen von Bargeld sollten grundsätzlich nicht ungesichert zu Hause aufbewahrt werden. Geschieht dies doch, sollte die jeweilige Absicherung mit der Versicherung besprochen werden.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3