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Sie ist die beste Jung-Tischlerin im Norden

Auszeichnung Sie ist die beste Jung-Tischlerin im Norden

Sie ist jung, ehrgeizig und äußerst erfolgreich: Die Kielerin Lynn Zschiegner (23) konnte sich jetzt beim Landeswettbewerb der besten Tischler-Absolventen durchsetzen und darf sich nun Schleswig-Holsteins beste Jung-Tischlerin nennen. Als Preis gab es 6000 Euro für die Weiterbildung.

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Hat die überwiegend männliche Konkurrenz hinter sich gelassen: Lynn Zschiegner überzeugte die Jury mit einem Puppenbett aus Buchenholz.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Bereits Ende August wurde sie von der Tischlerinnung Kiel als beste Auszubildende 2016 freigesprochen. „Ich bin unheimlich stolz auf Lynn, freue mich über ihren Erfolg und auch darüber, dass wir den Weg nach ihrer Ausbildung bei uns gemeinsam weitergehen“, sagt ihr Chef Mathias Jöhnck, Geschäftsführer der 1936 gegründeten Kieler Tischlerei Zwintscher. Doch wie lang der gemeinsame Weg von Lynn Zschiegner und dem Kieler Tischler- und Ladenbaubetrieb nun tatsächlich wird, ist offen. Denn die 23-Jährige hat bereits weitere Ziele: „Ich möchte gerne im Ausland Erfahrungen sammeln, zudem einen weiteren Abschluss an der Technikerschule in Flensburg hinzufügen“, sagt sie. Und fügt hinzu: „Ich möchte später Familie haben und dann bereits mein Berufsziel erreicht haben.“

Das notwendige Rüstzeug für den beruflichen Erfolg hat sie: Nach dem Abitur am Gymnasium Altenholz mit der Abschlussnote 1,5 („Ich war immer etwas der Strebertyp“) wollte sie zunächst Innenarchitektin werden. Während eines Praktikums bei einem Innenarchitekturstudio mit angeschlossener kleiner Tischlerei machte ihr die praktische Arbeit mit Holz und anderen Werkstoffen so viel Spaß, dass sie nach neun Monaten beschloss, eine Lehre als Tischlerin zu machen. „Nach 13 Jahren Schule etwas Handwerkliches zu machen, das war der richtige Schritt“, sagt die sympathische Kielerin.

Höhepunkt während der dreijährigen Ausbildung war dann ein sechswöchiger Arbeitseinsatz im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages. Gemeinsam mit zwei Tischlern aus Berlin („Das hat gemeinsam super viel Spaß gemacht“) fertigte sie in den Büros der Abgeordneten und Mitarbeitern neue Schiebetüranlagen. „Ich mag es einfach, Projekte anzugehen und mögliche Probleme vor Ort zu lösen – das ist für mich kreatives Arbeiten“, sagt Zschiegner. Grundvoraussetzung sei für den Beruf räumliches Vorstellungsvermögen, Abstraktionsvermögen – und auch Kraft. „Deshalb mache ich zum Ausgleich viel Sport und bemühe mich, immer rückenschonend zu arbeiten.“

An sich und ihre Arbeit stellt die Tischlerin einen hohen Anspruch: „Ich will mit meiner Leistung zufrieden sein. Und bislang habe ich immer meine Ziele erreicht.“ Ein Ziel hat sie allerdings jetzt verworfen: „Ich werde nicht beim Bundesvergleich der landesbesten Tischler antreten, weil sich der Termin mit einer spannenden Auftragsarbeit für die Firma auf einem Schiff in Barcelona überschneidet. Und das ist mir einfach wichtiger, weil ich dort weitere Erfahrungen sammeln kann“, sagt Zschiegner.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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