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Sorge um den Standort Kiel

Job-Abbau bei Caterpillar Sorge um den Standort Kiel

Einer der größten Industriearbeitgeber Kiels steht vor unsicheren Zeiten: Nur zwei Jahre nach einem drastischen Einschnitt beim Personal plant der Motorenhersteller Caterpillar einen weiteren Arbeitsplatzabbau.

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 „Kiel ist nicht gefährdet": Caterpillar Geschäftsführer Frankk Starke.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Bis Anfang des Jahres will das verlustgeplagte Unternehmen 46 Stellen streichen, davon allein 40 im Bereich Entwicklung mit aktuell rund 160 Beschäftigten.

Betriebsrat und Gewerkschaft fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit und damit auch um die Existenz des Standortes mit rund 800 Beschäftigten. „Dieser Einschnitt trifft das Herz des Unternehmens“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Torsten Lange. Vor allem aufgrund der anhaltenden Schifffahrtskrise kämpft der Motorenbauer seit Jahren mit schwachen Auftragseingängen. Die Kurzarbeit soll 2017 in Teilbereichen weitergehen.

Peter Seeger, Chef der IG Metall Kiel-Neumünster, bezeichnet die Lage als „sehr kritisch“. Mittelfristig sehe er die Zukunft des Standortes Kiel mit Sorge. Der US-Konzern baut derzeit weltweit 10.000 Stellen ab und hatte mit einem Kahlschlag an großen Standorten in Frankreich und Belgien heftige Proteste ausgelöst.

In welchem Umfang es in Kiel zu Kündigungen kommt, ist derzeit noch offen. „Die Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft gestalten sich konstruktiv“, sagt Geschäftsführer Frank Starke, der vor allem auf freiwillige Maßnahmen setzt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Montag angesetzt. Angesichts der Absatzprobleme sehen die Arbeitnehmervertreter allerdings keine echte Alternative zum Personalabbau. Für die Betroffenen wollen sie jedoch möglichst gute Bedingungen aushandeln. Interessenausgleich, Sozialplan und auch die materielle Ausstattung einer Transfergesellschaft dürften nicht hinter dem Ergebnis vom Herbst 2014 zurückbleiben. Damals hatte Caterpillar mehr als 230 Stellen abgebaut und die komplette Motorenmontage nach Rostock und China verlagert. In Kiel hat Caterpillar Motoren weiterhin die Kernbereiche Entwicklung und Komponentenfertigung sowie Administration gebündelt.

Geschäftsführer Starke bezeichnet die Situation als schwierig, sieht den Standort Kiel jedoch nicht als gefährdet an: „Der Konzern hat viele Millionen in dieses Werk investiert und wird das auch weiter tun.“ Durch ein ganzes Paket von Maßnahmen habe sich die Kostenstruktur deutlich verbessert, sodass bei deutlich geringeren Stückzahlen schwarze Zahlen erwirtschaftet würden. Nach dem Stellenabbau verfüge Caterpillar über eine „zukunftsfähige Entwicklermannschaft“. Gemessen am Umsatzanteil investiere das Unternehmen auch künftig stärker in neue Entwicklungen als die Konkurrenz.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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