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Ikea will in Kiel groß anbauen

Stadtwirtschaft Ikea will in Kiel groß anbauen

Die Stadt Kiel schickt sich an, in den kommenden Jahren ein großes Möbelzentrum zu werden: Während sich Möbel Kraft mit seiner achten Filiale zwischen Westring und Hasseldieksdamm niederlassen will, plant der schwedische Konkurrent Ikea, seinen 2002 eröffneten Standort in direkter Nachbarschaft auszubauen.

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Ikea in Kiel von oben: Der schwedische Konzern will großflächig erweitern. Geplant ist unter anderem auch ein 26 Meter hoher Lagerturm.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Dem Bauausschuss liegen für seine Sitzung am 4. Februar erste grobe Planungen für die Modernisierung des Möbelhauses vor: Demnach will Ikea die Verkaufsfläche in Kiel um 5780 Quadratmeter auf künftig 22000 Quadratmeter aufstocken. Zum Vergleich: Nach seiner Fertigstellung wäre Möbel Kraft mit rund 40000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 8000 Quadratmetern für den Discounter Sconto deutlich größer.

Doch die schwedische Möbelkette versteht die Erweiterung auch in der Fläche in Richtung Westen und Nordwesten nicht als Antwort auf die Pläne von Möbel Kraft. Nach fast 14 Jahren stelle sich die Frage, wie das Einkaufserlebnis am Standort verbessert werden könne, sagte eine Sprecherin. Laut Beschlussvorlage rechnet der Konzern damit, durch die Modernisierung bis zu 20 Prozent mehr Kunden gewinnen zu können – und „gegebenenfalls“ weitere, wenn der Konkurrent nebenan sein neues Haus eröffnet hat. Von der Größe her werde das Haus in Kiel, wenn die Erweiterung wie geplant umgesetzt werden könne, „mit zu den größeren Ikea-Einrichtungshäusern in Deutschland gehören“, sagte die Sprecherin.

Planungen bereits seit 2011

Der Ikea-Konzern plante bereits seit 2011 in Gesprächen mit der Stadt einen Rundumausbau für ein attraktiveres Einkaufserlebnis mit mehr Parkfläche, mehr Sitzplätzen im Restaurant, einem Glashaus für Pflanzen und Gartenmöbel sowie einem Lagerturm. Verschiedene Überlegungen und Änderungen der Planungskonzeptionen durch Ikea hatten laut Angaben der Stadt jedoch bisher verhindert, das Vorhaben vorantreiben zu können.

Bürgermeister Peter Todeskino sieht den möglichen Ausbau positiv mit Blick auf das Ziel, „den Wirtschaftsstandort Kiel nachhaltig zu stärken und auszubauen.“ Die Funktion als Oberzentrum mit attraktivem Einzelhandelsangebot gelte es nach dem beschlossenen „Gesamtstädtischen Einzelhandelskonzept“ zu erweitern. Laut Konzept gibt es noch Potenzial in den Branchen Möbel, Bau- und Gartenmärkte für Kiel. Ikea sichert laut Beschlussvorlage zu, lediglich das Sortiment „Möbel“ zu erweitern und nicht die sogenannten zentrenrelevanten Verkaufsflächen von derzeit 4450 Quadratmetern.

Parkdeck und Lagerturm geplant

Für die zusätzlichen Kunden soll das Parkdeck um zwei bis drei Etagen mit je 130 Stellplätzen pro Ebene wachsen. Um mehr Möbel lagern zu können, hofft der Konzern, einen 26 Meter hohen Lagerturm bauen zu können. Die derzeit bestehende Umfahrung sowie der Landschaftswall müssten partiell überplant und angepasst werden, heißt es in der Vorlage. Das Restaurant soll um 70 Sitzplätze größer werden. Weitere Details zu seinen Plänen will Ikea mitteilen, sobald die Genehmigungen für die Erweiterung vorliegen.

Von Martina Drexler und Jörn Genoux

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Insgesamt betreibt Ikea 330 Einrichtungshäuser in 28 Ländern. Darüber hinaus gibt es mehr als 40 Häuser, die von Franchise-Nehmern geleitet werden.

Der schwedische Möbelhändler Ikea will bis zum Jahr 2020 so viel erneuerbare Energie produzieren, wie er selbst verbraucht. Die Investitionen dafür kommen unter anderem aus dem guten Deutschlandgeschäft.

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