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Chatshopper: Einfach einkaufen per Smartphone

Start-up aus Kiel Chatshopper: Einfach einkaufen per Smartphone

Wer ein bestimmtes Outfit beim Online-Einkauf sucht, muss sich oft stundenlang durch Angebote klicken, bis er das richtige Teil gefunden hat. Ein Kieler Start-up will das einfacher machen: Die Chatshopper beraten auf dem Smartphone.

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Wer auf der Suche nach einem bestimmten Kleidungsstück ist, kann Antonia Ermacora und den Chatshoppern einfach ein Foto davon senden.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Hallo, ich brauche einen neuen Pullover in Größe M. Am liebsten in Blau“, schreibt ihnen zum Beispiel ein Kunde. Ein Berater durchsucht dann verschiedene Online-Shops und schickt Vorschläge mit Bildern.

Die Idee für Chatshopper kam Antonia Ermacora während eines Praktikums bei Otto. „Ich bin bei einer Recherche auf ein Zitat des Zalando-Gründers Robert Gentz gestoßen, der erzählte, dass man in China per Wechat shoppen kann und dort Frauen eine ,Bag Lady’ haben, die ihnen Vorschläge für Handtaschen aufs Handy sendet“, sagt die 31-Jährige. „Ich dachte mir, warum gibt es so etwas hier nicht?“ Antonia überzeugte Matthias Nannt (26), den sie aus der Kieler Starterkitchen kannte, von ihrer Idee – und die beiden gründeten gemeinsam.

Schon das zweite kreative Unternehmen

Für die zweifache Mutter ist es nicht das erste eigene Unternehmen, die gelernte Veranstaltungskauffrau ist schon mit einem zum Café umgebauten Doppeldeckerbus über Festivals in England getingelt. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland studierte sie Betriebswirtschaftslehre. „Nur Mutti sein, war mir zu langweilig.“ Rund 25000 Euro haben sie und Matthias nun in die Chatshopper-Idee gesteckt, 150000 Euro gaben Investoren aus Berlin dazu.

Im April 2015 startete das Gründer-Duo eine Testphase, richtig los ging es im September. Inzwischen haben die Chatshopper pro Monat rund 3000 Kunden und eine eigene App für Android-Geräte programmiert. Derzeit arbeitet Informatiker Matthias Nannt an einem Chatbot, der es ermöglichen soll, automatisiert auf die Nutzeranfragen zu antworten. „Nur mit Menschen schaffen wir das nicht mehr.“ Das Kernteam des Start-ups besteht aus sechs Leuten, noch einmal so viele Aushilfen arbeiten mit.

Die Berater seien modeaffine, junge Leute, sagt Antonia. „Die meisten haben vorher stationär in einem Geschäft gearbeitet. Einige haben Modeblogs und sind auf Instagram sehr aktiv.“ Ihre Hilfe kostet den Nutzer nichts, solange er bei den Partnershops des Start-ups bestellt. Dazu gehören zum Beispiel Otto, Asos und Sportcheck. Wird der Kunde woanders fündig, kostet ihn die Dienstleistung drei Euro. Entscheidet er sich für ein Produkt, bekommt er einen Link und kann direkt vom Smartphone aus kaufen.

Whatsapp sperrte Chatshopper aus

Ein Gespräch dauert laut Antonia im Schnitt 15 Minuten. „Die Anfragen sind nicht so verschieden, wie man denken würde.“ Derzeit seien Bomberjacken und zerrissene Jeans stark nachgefragt. „Und alles, was Kanye West trägt“, erzählt Berater James. Die Zielgruppe sind 16- bis 24-Jährige. 60 Prozent der Kundschaft ist männlich.

Der erste Rückschlag kam Anfang des Jahres, als Whatsapp den Account der Chatshopper blockierte, weil eine kommerzielle Nutzung des Messengers nicht erlaubt ist. „Wir hatten schon 6000 Kunden über Whatsapp gewonnen. Das hat uns ganz schön zurückgeworfen“, sagt Antonia. Weil sich Whatsapp aber perspektivisch für Unternehmen öffnen will, hofft die Gründerin, dass sich das in Zukunft wieder ändert. Solange kommunizieren die Chatshopper mit ihren Kunden über den Facebook-Messenger oder die eigene App.

Noch ist das Start-up nicht profitabel, trotzdem testen die Gründer bereits, ob sich das Prinzip auf andere Bereiche wie Essen oder Erotikartikel übertragen lässt. Ende April soll mit Insurgram das nächste Produkt auf dem Markt gehen: In Kooperation mit einer großen deutschen Versicherung wird dann per Chat zu Haftpflichtversicherungen und Co. beraten.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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