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Moteg erfindet den Elektromotor für Busse neu

Startup aus Flensburg Moteg erfindet den Elektromotor für Busse neu

Ein junges Flensburger Startup-Unternehmen entwickelt moderne Technik und berät bei der Einführung von Elektro-Bussen. Moteg kann bereits eine Reihe von Aufträgen in dem Bereich verzeichnen.

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Siegfried Götz, Gründer des Startups Moteg, mit E-Motoren, die sein zurzeit sieben Mitarbeiter starkes Team entwickelt hat.

Quelle: Joachim Welding

Flensburg. Sein Unternehmen ist erst zwei Jahre. Aber es hat sich in der Trendbranche E-Mobility schon einen Namen gemacht, und sein Gründer Siegfried Götz ist alles andere als ein Anfänger. Der 53-Jährige spielte zuvor als Entwicklungsleiter für E-Motoren bei Danfoss in der Champions League. Nun fließt sein Wissen in sein Ingenieurbüro Moteg ein. Und demnächst drückt Götz den Startknopf für eine eigene Motorenproduktion in Flensburg.

Gut, wenn ein Firmengründer gleich auf zwei Standbeine setzt, damit das junge Unternehmen auch sicher laufen lernt – im Falle von Moteg sind das die Entwicklung von E-Motoren und die Beratung bei der Einführung von Elektrobussen. Der promovierte Physiker Götz kennt die Fallstricke des Marktes, in dem sich viel um Kostenreduzierung dreht, aber auch um den hohen Anspruch an die Technik. „Made in Germany“ eben. „Elektromotoren können Sie im Internet für ein paar Dutzend Euro kaufen. Viele Hersteller aus der Automobilbranche stellen aber schnell fest, dass der Markt für die ganz speziellen Hightech-Anwendungen oft nichts hergibt“, erzählt Siegfried Götz. „Für sie entwickeln wir maßgeschneiderte Hochleistungsmotoren etwa für die (Stoß-)Dämpferverstellung bei deutschen Premiumautos.“

Sein Team kann ganz neu denken

Sein Team aus sieben hochqualifizierten Ingenieuren sei in der Lage, ganz neu zu denken, wenn es um besondere Einsatzgebiete für E-Motoren gehe. „Ein Motor für die aktive Dämpferverstellung muss in der Lage sein, innerhalb von Millisekunden extreme Power aufzubauen. Auch wenn es um die Entwicklung und den Prototypenbau von möglichst leichten, leisen oder kompakten Motoren geht, sind wir bundesweit ganz vorn dabei“, meint der Gründer selbstbewusst. Wenn man weiß, dass in einem modernen Auto etwa 50 E-Motoren Dienst tun, ahnt man, welches Potenzial in diesem Zukunftsthema steckt.

Für Kunden sei es aber noch besser, wenn ein Entwicklungsbüro neben dem Prototypenbau auch gleich die ganze Serienfertigung anbieten könne. „Diesen nächsten Schritt setzen wir im kommenden Jahr um: Für den Bau von Nebenaggregaten für Elektrobusse haben wir bereits einen Auftrag.“ Auch Hochleistungsmotoren will Götz demnächst in Flensburg im eigenen Werk produzieren. „Dabei geht es um Stückzahlen von 20000 bis 140000 Stück pro Jahr. Das sind für Global Player kleine Fische. Aber für Moteg ist diese relativ übersichtliche Größe perfekt.“

Kommunen wie Rendsburg, Eckernförde, Tübingen, Darmstadt und auch Kiel haben sich schon von den Moteg-Spezialisten beraten lassen. „Für Kiel konnten wir für eine bestimmte Linie, die wir untersucht haben, die Einführung von Elektrobussen empfehlen. Sie wäre machbar und ökonomisch vertretbar“, sagt Götz. Ob dieser fachkundige Ratschlag auch befolgt wird, entscheidet der ÖPNV-Betreiber. Wer Ja sagt, für den entwickelt Moteg ein maßgeschneidertes E-Mobility-Konzept von der Konzeption der Ladestationen bis zur Auswahl der Busse.

Von Joachim Welding

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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