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Mehr Arbeitslose im November im Norden

Positiver Gesamttrend Mehr Arbeitslose im November im Norden

Der Arbeitsmarkt im Norden bleibt robust: Im November stieg zwar saisonal bedingt die Zahl der Arbeitslosen. Aber im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Arbeitslosigkeit zurück. Seit 23 Jahren war die Arbeitslosigkeit in einem November nicht so niedrig wie diesmal.

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Die Agentur für Arbeit veröffentlicht am Dienstag in Kiel und Hamburg die Arbeitsmarktdaten für den Norden.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Kiel. Trotz eines saisonal bedingten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen im November ist der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein weiterhin gut aufgestellt. „Der Arbeitsmarkt ist in einer sehr, sehr robusten Verfassung“, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, am Dienstag in Kiel. Die Jobangebote seit Jahresbeginn und die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lägen deutlich höher als im vergangenen Jahr.

„Das ist ein richtig guter, positiver Trend.“ Seit 15 Monaten in Folge sei die Arbeitslosigkeit niedriger als im jeweiligen Vorjahresmonat, betonte die Arbeitsmarktexpertin und nannte als Hauptgrund die gute Konjunktur. Es habe die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem November seit 23 Jahren gegeben. Bei Flüchtlingen sei aber die Zahl der Arbeitslosen massiv gestiegen.

Insgesamt waren im November in Schleswig-Holstein 94 300 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 1400 mehr als im Oktober. Im Vergleich zum November 2014 ging die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 220 oder 0,2 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote beträgt zurzeit 6,2 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 6,3 Prozent. „Die befürchteten negativen Auswirkungen durch die Einführung des Mindestlohns und die Rente mit 63 auf den Arbeitsmarkt sind ausgeblieben“, betonte Arbeitsstaatsekretär Frank Nägele.

„Wie in jedem Jahr sind in den touristisch geprägten Landkreisen Nordfriesland (+15,5 Prozent) und Ostholstein (+14,4 Prozent) die Arbeitslosenzahlen überproportional gegenüber dem Vormonat Oktober angestiegen“, sagte Haupt-Koopmann. „Abgesehen von dieser saisonal typischen Entwicklung ist der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein insgesamt robust.“

Erfreulich sei die weiterhin starke Personalnachfrage. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter verzeichneten seit Januar 63 400 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote. Das sind 2900 oder 4,7 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahreswert. Speziell im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, in der Bauwirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe werden Mitarbeiter gesucht.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten — es liegen die September-Daten vor — ist im Vorjahresvergleich um 2,5 Prozent oder 22 700 auf 935 600 gestiegen. Das Gesundheits- und Sozialwesen (+4400), das Gastgewerbe (+3300), der Handel (+3100) und das Baugewerbe (+1300) haben zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Im Bereich öffentliche Verwaltung/Sozialversicherungen (-300) und in der Energiewirtschaft (-100) gingen hingegen Arbeitsplätze verloren.

Für Flüchtlinge ist es schwer, Arbeit oder eine Ausbildung zu finden. Die Zahl der Arbeitslosen aus den sogenannten Asylzugangsländern stieg um 1600 oder 46,4 Prozent im Vorjahresvergleich. Für 2016 rechnet die Arbeitsagentur in Schleswig-Holstein mit durchschnittlich 2500 arbeitslosen Flüchtlingen. Die positive Entwicklung der Arbeitslosigkeit insgesamt erleichtere es, für Schutzsuchende mit Bleibeperspektive Wege in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erschließen, sagte Haupt-Koopmann. Die Integration von Flüchtlingen bleibe eine große Herausforderung, „die das Land Schleswig-Holstein bewältigen wird“, sagte Nägele.

Unter den Kreisen hatte Stormarn mit 3,5 Prozent die niedrigste und Dithmarschen mit 7,2 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Unter den kreisfreien Städten gab es in Flensburg mit 9,0 Prozent den geringsten Wert, in Kiel mit 10,0 Prozent den höchsten.

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