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Stena Line verjüngt ihre Flotte

Effizienzsteigerung Stena Line verjüngt ihre Flotte

Die Stena Line investiert in die Erneuerung ihrer Fährschiffsflotte. Wie das Unternehmen im schwedischen Göteborg bekannt gab, ist der Neubau von bis zu acht Fähren geplant.

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Die beiden auf der Linie Kiel-Göteborg eingesetzten Schiffe „Stena Scandinavica“ und „Stena Germanica“ könnten ab 2019 ersetzt werden.

Quelle: Frank Behling

Kiel/Göteborg. Eine Absichtserklärung für den Bau der ersten vier Ro-Pax-Schiff wurde in China bei der Avic Weihei-Werft unterzeichnet. 2019 und 2020 sollen die Schiffe in Nordeuropa eintreffen. Für vier weitere Schiffe sicherte sich die Reederei eine Option. Wo die neuen Schiffe eingesetzt werden sollen, will das Unternehmen erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Die Route Kiel-Göteborg gehört aber zu den Routen auf der Ostsee, für die die neuen Schiffe optimiert werden.

 Die Ro-Pax-Fähren sollen Kabinen für 1000 Passagiere und Ladedecks mit 3000 Spurmetern für Lkw und Pkw bekommen. Die Rümpfe sind so konstruiert, dass sie in der „Drive-Through-Konfiguration“ eingesetzt werden können. Das bedeutet, dass die Fähren über Bug und Heck beladen werden können. Dieses Verfahren ist auf den Routen Kiel-Göteborg und Karlskrona-Gdingen der Fall.

 Die Reederei hatte das Gespür für den richtigen Zeitpunkt: In China droht vielen Werften derzeit Kurzarbeit, die Preise für Neubauten sind im Keller. Gleichzeit wurden im vergangenen Jahr auf Nord- und Ostsee die strengsten Abgasvorschriften in Europa eingeführt. Schiffe dürfen seitdem nur noch den schwefelarmen Kraftstoff Marine-Diesel-Öl, Flüssigerdgas (LNG) oder Methanol als Treibstoff verbrennen und die Abgase ungefiltert ausstoßen. Die Stena-Fähren auf den Routen Kiel-Göteborg und Karlskrona-Gdingen werden 2020 ein Durchschnittsalter von 28 Jahren erreichen. Es ist also Zeit für Ersatz.

Mix aus Fracht und Passagiere

 Deshalb bereitete Stena Line seit einiger Zeit den Neubau von Schiffen vor. Entwickelt wurden die Fähren direkt von Stena. „Im Laufe der letzten 24 Monate hat unser Ingenieursteam ein Design entwickelt, das 50 Prozent größer als der heutige Ro-Pax-Standard ist. Noch wichtiger ist aber, dass wir bei den neuen Fähren unsere Expertise und die Entwicklungen hinsichtlich Emissionsreduktion und Effizienzsteigerung verwirklichen können“, sagte Carl-Johan Hagman, Vorstand der Stena Line. „Diese Schiffe werden die treibstoffeffizientesten Fähren der Welt und neue Maßstäbe hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Emissionsarmut und Kosteneffizienz setzen.“ Die Hauptmotoren sollen mit Methanol oder verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben werden.

 Mit dem Neubauprojekt setzt Stena Line seine Strategie fort, sich noch nachhaltiger aufzustellen, sagte Hagman. Außerdem belege die Investition, dass die Reederei weiter „auf einen Mix aus Fracht und Passagiere“ setze. „Durch Standardisierung sichern wir einen zuverlässigen Betrieb und durch Flexibilität können wir unsere Frachtkunden noch besser in ihrem Wachstum unterstützen“, erläuterte der Stena-Chef.

 Dan Sten Olsson, Vorstandsvorsitzender von Stena AB, ergänzte: „Wir erwarten eine weiter steigende Nachfrage nach Short-Sea-Verkehren in Nordeuropa und in vielen anderen Teilen der Welt.“ Der Fährverkehr werde bei der Gestaltung künftiger Logistikstrukturen eine wesentliche Rolle spielen, gab sich Olsson überzeugt. „Insbesondere, wenn wir in einer nachhaltigen Gesellschaft leben wollen.“ Seeverkehr sei nicht nur die umweltfreundlichste Alternative im Güterverkehr, sondern bietet auch die zuverlässigsten und schnellsten Logistiklösungen.„Mit dieser Investition bereiten wir den Boden für das weitere Wachstum von Stena Line.“

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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