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Energie im Norden bald günstiger als im Süden?

Stromleitungen Energie im Norden bald günstiger als im Süden?

Strom könnte für Verbraucher in Norddeutschland bald günstiger werden als im Süden. Das könnte ausgerechnet die Folge von Verzögerungen im Stromleitungsbau nach Bayern sein, wie die Bundesnetzagentur jetzt veröffentlichte. Das kritisiert Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

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Im Norden, wie hier Offshore, wird dank Windkraft derzeit mehr Strom produziert als im Süden Deutschlands. Das könnte mittelfristig zu unterschiedlichen Preisen führen.

Quelle: dpa

Kiel/Berlin. Die "Süddeutsche Zeitung" veröffentlichte am Dienstag, dass die Bundesnetzagentur im "Stand des Ausbaus nach dem Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG)", kurz BBPIG-Monitoring für die Leitungen "SuedLink" und "SüdOstLink" jetzt 2025 statt zuvor 2022 als Fertigstellungsjahr angibt.

Diese Leitungen waren in der Planung essenziell, um den im Norden Deutschlands produzierten Strom, beispielsweise aus Windkraftanlagen, in den Süden zu transportieren. Aufgrund des Widerstands gegen Freileitungen, den Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) anführte, müssen in zahlreichen Korridoren nun allerdings Leitungen unterirdisch verlegt werden. Das kostet mehr Zeit und Geld.

Die Bewohner des Freistaats könnten darunter leiden, weil der Stromtransport in den Süden aufgrund fehlender Kapazitäten so viel mehr Geld kostet, was sich die Anbieter bezahlen lassen werden.

Im Norden kritisierte Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) dagegen den langsamen Fortschritt der Energiewende durch den Bund: Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur hatte Habeck am Dienstag von der Bundesregierung mehr Tempo beim Ausbau der Stromnetze gefordert. „Sie muss sich endlich konsequent hinter den Netzausbau klemmen und für ihn einstehen, statt die Energiewende zu bremsen“, sagte Habeck.

Habeck kritisierte, „die Verzögerung bei Südlink ist sehenden Auges entstanden und politisch von der Bundesregierung und Bayern zu verantworten“. Das nördlichste Bundesland habe den Ausbau der Stromnetze „so konsequent und schnell vorangetrieben wie kein anderer“. Die Netze im Norden seien bereits in wenigen Jahren fertig. „Aber die bundesweite Energiewende kann nur mit Südlink funktionieren. Der Bundesregierung hängt hier dem Zeitplan extrem hinterher.“

Nach Ansicht von Habeck sei derzeit eher zu viel Atom- und Kohlenergie in den Netzen als zu viel Ökostrom. „Die drei Atomkraftwerke im Norden produzieren dauerhaft mindestens soviel Strom wie ein Strang Südlink transportieren soll.“

Mit dpa

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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