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Gasversorger kassieren zu viel

Studie Gasversorger kassieren zu viel

Wer mit einer Ölheizung sein Haus wärmt, kann sich derzeit über ein Neun-Jahres-Preistief freuen. Auch die Einkaufspreise für Gas sind seit 2014 deutlich gesunken, bei den Kunden vieler Gasversorger kommt davon jedoch kaum etwas an. Laut einer Studie zahlten Kunden in Schleswig-Holstein im Schnitt 153 Euro mehr als nötig.

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Teures Gas: Schleswig-Holsteiner sind besonders stark betroffen.

Quelle: Malte Christians/dpa

Kiel. Die am Montag veröffentlichte Untersuchung des Hamburger Energiefachmanns Steffen Bukold im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion ergab: Die Schleswig-Holsteiner waren neben Kunden in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen davon besonders stark betroffen: Sie zahlten im Schnitt 153 Euro zu viel, rechnete der Experte Bukold vor. Auch wenn einige Anbieter im Norden – wie berichtet – ihre Preise senken wollen oder bereits gesenkt haben, bleibt sparwilligen Verbrauchern nur ein Anbieterwechsel, rät die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Im Schnitt könne in jeder Region zwischen 31 und mehr Anbietern gewählt werden. Die Preisunterschiede lägen dabei vielfach über zehn Prozent bei gleicher Leistung. Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest lohnt sich ein fristgerechter Wechsel oder auch ein Wechsel mit Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen vor allem mit Blick auf Boni: Wer als Verbraucher bereit ist, jedes Jahr zu einen neuen Anbieter zu wechseln, kann jedes Mal von der zumeist im ersten Jahr gewährten Bonuszahlung profitieren. Bei einem Jahresverbrauch von 20000 Kilowattstunden könnten so jährlich mehr als 400 Euro eingespart werden, rechneten die Tester vor.

Möglichst kurze Vertragslaufzeit

Schleswig-Holsteins Verbraucherschützer raten Kunden generell zu einer höchstens einjährigen Vertragslaufzeit. Auch wenn oftmals der neue Anbieter die Kündigung des alten Vertrages übernimmt, empfehlen die Verbraucherschützer, dies bei Sonderverträgen oder sehr kurzen Kündigungsfristen selbst zu übernehmen. Am Wechseltag sollte man den Zählerstand ablesen und diesen dem alten und neuen Lieferanten melden. Ein Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betonte, dass der Endkundenpreis für Gas nur zu etwas mehr als der Hälfte von den Beschaffungskosten abhänge. Dazu kämen Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben. Zum Teil seien steigende Netzentgelte für 2016 zu erwarten, die die Gaslieferanten dann in ihrer Kalkulation berücksichtigen müssten. Außerdem verwies auch der BDEW-Sprecher auf den wachsenden Wettbewerb am Markt: „Immer mehr Haushaltskunden nutzen die Möglichkeit, ihren Energieversorger zu wechseln.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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