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Kieler surfen schneller als die Berliner

Studie Kieler surfen schneller als die Berliner

Schnelles Internet – das wollen alle Deutschen. Doch die Tempounterschiede bei den Verbindungen sind bundesweit in den Städten regional höchst unterschiedlich. Das zeigt eine Auswertung des Verbraucherportals Verivox. Kiel liegt im Mittelfeld, aber verweist einige Metropolen auf die hinteren Plätze.

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Wer surft am schnellsten?

Quelle: Lina Schlapkohl

Kiel. Für den neuen Verbraucher-Atlas haben die Tarifexperten die Daten aus 25 Großstädten analysiert. Während demnach die Kunden im Westen und im Südwesten in einem Highspeed-Korridor unterwegs sind, geht es in Bayern und im Osten vergleichsweise langsam zu. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 71 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) surfen zum Beispiel die Karlsruher und Düsseldorfer am schnellsten, dicht gefolgt von den Mannheimern (70 Mbit/s). Kiel (49 Mbit/s) landet als einzige norddeutsche Stadt in diesem Ranking auf Platz 10 – allerdings vor Metropolen wie Hamburg (Platz 11), Berlin (12) oder München (22). Insgesamt hat die Landeshauptstadt bei der Internetgeschwindigkeit einen kräftigen Sprung nach vorne gemacht. So buchten 2016 die Kieler Kunden im Schnitt um 23 Mbit/s schnellere Verbindungen als noch drei Jahre zuvor. Zum Vergleich: Bundesweit lag dieser Wert bei 12 Mbit/s. Damit hat Kiel den drittbesten Tempozuwachs deutschlandweit.

Als Grund für das kräftige Plus sieht Verivox ein verändertes Angebot einiger Anbieter, die nun deutlich schnellere Tarife anbieten würden, teilweise die Geschwindigkeit in den Basistarifen erhöht hätten – und damit bei Kunden offene Türen einrennen. Das Problem ist nur: Nicht überall haben die Kunden die Möglichkeit, auf schnelle Leitungen zurückzugreifen – selbst wenn sie es wollten. So bestätigt auch die aktuelle Studie eine deutliche Stadt-Land-Kluft. Schuld sind die Kosten. „Je dichter eine Region besiedelt ist“, schreibt Verivox-Experte Christian Schiele, „desto mehr lohnt sich für die Anbieter der Netzausbau.“ Umgekehrt entstünden in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte höhere Kosten pro Kopf. Dies betreffe unter anderem Teile Bayerns oder die ostdeutschen Flächenländer.

Auch in Schleswig-Holstein zeigt sich ein deutliches Gefälle. Den Angaben zufolge unterschied sich im Schnitt die Geschwindigkeit 2016 zwischen Stadt und Land um acht Mbit/s. Mit diesem Wert liegt der Norden im Bundesvergleich aber noch recht gut. Deutlich schlechter sieht es in Sachsen (18 Mbit/s), Hessen (14) oder Brandenburg (12) aus.

Von Jens Kiffmeyer

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