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Kühe im Norden dürfen am häufigsten grasen

Studie Kühe im Norden dürfen am häufigsten grasen

Die Milchbauern im Norden handeln verantwortungsvoll: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Nachhaltigkeit der Milchviehbetriebe in Schleswig-Holstein, die der Genossenschaftsverband zusammen mit der Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein in Rendsburg vorstellte. Während bundesweit nur zwei von fünf Kühen auf Weiden grasen, sind es in Schleswig-Holstein fast doppelt so viele.

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Bundesweit kommen nur zwei von fünf Kühen auf die Weide, im Norden fast doppelt so viele, sagt eine Studie.

Quelle: Frank Peter

Rendsburg. Auch bei der Energiewende nehmen die norddeutschen Milchviehbetriebe demnach eine Vorreiterrolle ein: Mehr als die Hälfte produziert im eigenen Betrieb regenerative Energien. 56 Prozent haben eine Solaranlage, fünf Prozent betreiben eine Biogasanlage und ein Prozent eine Windkraftanlage. Nachholbedarf gebe es hingegen noch beim Nährstoffmanagement und bei der Gülleausbringung.

 Die meisten Milchviehbetriebe in Schleswig-Holstein sind mittelständische Familienunternehmen: Rund 70 Prozent aller Beschäftigten sind Familienangehörige. 85 Prozent der Betriebe haben laut der Untersuchung in den vergangenen fünf Jahren in die Modernisierung ihres Betriebs investiert, 60 Prozent in die Erweiterung. „Wir wollen mit der Studie Denkanstöße geben und einen fairen und sachkundigen Dialog voranbringen“, sagt Andreas Eisen, Bereichsleiter im Genossenschaftsverband. Gerade die aktuelle Krise der Milchwirtschaft rücke die ökonomischen und sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit in den Fokus.

 Lob für die Studie gab es von Umweltminister Robert Habeck. Allerdings komme sie schnell an ihre Grenzen: „Durch die Befragung der Landwirte gewinnen wir zwar einen guten Eindruck über die Praxis und Selbsteinschätzung der Betriebe. Was fehlt, ist der Zusammenhang mit den objektiven Daten wie Nitratbelastung, Lebensleistung der Kühe oder Biodiversität.“

 Auch Bioland-Pressesprecher Gerald Wehde betont: Der hohe Weidegang-Anteil sei rein historisch bedingt. Außerdem sei auch im Norden in den letzten Jahren ein Trend hin zu größeren Boxenlaufställen mit weniger Weidegang-Möglichkeiten zu beobachten. „Das ist aus Tierschutzsicht natürlich eher negativ.“

 Die Ergebnisse der vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft erarbeiteten Studie basieren auf den Antworten von 573 Milchviehbetrieben, die den Nachhaltigkeitsfragebogen zwischen Herbst 2014 und Frühjahr 2015 ausfüllten.

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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