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Die neue Rüstungskooperation

TKMS hat Partner Die neue Rüstungskooperation

In die neue deutsch-norwegische Rüstungskooperation kommt Bewegung. Nach der Entscheidung der norwegischen Regierung für die Kieler Werft TKMS als Partner beim Kauf neuer U-Boote, wurde kürzlich die erste Kooperation unterzeichnet.

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Technologie für die Feuerleitung der U-Boote wird künftig in Norwegen entwickelt. Das Foto zeigt ein Boot der Klasse 212A, so wie sie gemeinsam mit Norwegen in Kiel gebaut werden soll.

Quelle: Frank Behling

Oslo. Die Feuerleittechnik und Führungssysteme an Bord werden künftig in Norwegen entwickelt und gefertigt. Entstehen sollen Systeme, die Torpedos und Flugkörper treffsicher ins Ziel bringen. Die Boote werden weiter bei TKMS in Kiel gefertigt.

 Bei einer Vertragsunterzeichnung legten die Werft TKMS aus Kiel und der Systemelieferant Atlas Elektronik aus Bremen sowie der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg den Grundstein für den Aufbau des neuen Unternehmens. Die drei Firmen sind die Anteilseigner an dem neuen Unternehmen. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein für unseren Verteidigungsbereich und zugleich eine große Anerkennung für unsere Kompetenz bei Marinesystemen“, sagte Geir Håøy, Vorstand bei Kongsberg. Die Vereinbarung lege den Grundstein für eine beträchtliche Zahl von Arbeitsplätzen für viele Jahre bei Kongsberg und auch bei Zulieferern in ganz Norwegen, so Håøy weiter.

 Auch in Kiel ist man Stolz auf die neue Form der Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partnern. Peter Feldhaus, Vorsitzender der TKMS-Geschäftsführung, verwies auf vier Erfolgsfaktoren: „Die Zusammenarbeit mit norwegischen Branchenpartnern, unsere bewährte Technologie, eine klare Kosten- und Zeitplanung sowie langfristige Partnerschaft“, sagte Feldhaus. Künftig werde man noch enger kooperieren. „Die heute unterzeichnete Vereinbarung ist ein erster wichtiger Schritt, um diese Faktoren zusammenzuführen. Die Kompetenz von Kongsberg und Atlas Elektronik bei Führungs- und Waffeneinsatzsystemen für U-Boote ist international anerkannt und wir freuen uns sehr, dass unsere U-Boote mit Systemen von Weltklasse ausgestattet sein werden“, sagte Feldhaus. Diese Systeme mussten bislang bei fremden Firmen gekauft werden.

 Und auch beim dritten Partner ist die Freude groß. „Die Bündelung der Kräfte in diesem Joint Venture ist eine großartige Gelegenheit, um ein Kompetenzzentrum für die weitere Technologieentwicklung für alle Unternehmen und andere beteiligte Branchenpartner zu schaffen“, sagte Rolf Wirtz, Leiter der Geschäftsführung bei Atlas Elektronik. Kongsberg ist der stärkste Partner des Trios. Der norwegische Rüstungskonzern zählt 7700 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 1,8 Milliarden Euro. TKMS erwirtschaftet mit 3700 Mitarbeitern 1,2 Milliarden Euro Jahresumsatz. Atlas Elektronik kommt mit 1581 Mitarbeitern auf 440 Millionen Euro. Die neue Firma soll mit mehreren hundert Arbeitsplätzen in den kommenden Jahren ein Auftragsvolumen von zwei Milliarden Euro abarbeiten.

 „Die Vereinbarung wird es allen drei Firmen ermöglichen, gemeinsam am Markt aufzutreten und weiteres globales Marktpotenzial beim Export zu erschließen. Dadurch werden sowohl die deutsche als auch die norwegische Marine-Industrie nachhaltig gestärkt“, teilt TKMS-Sprecherin Frauke Riva auf Anfrage mit.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Der Kongsberg-Konzern gehört zu den großen Namen im Rüstungsmarkt. Innovative Produkte und weltweite Kontakte kennzeichnen das Unternehmen, das trotz seiner 200 Jahre alten Geschichte modern aufgestellt ist.

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