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An Facebook führt kein Weg vorbei

Tag des Online-Marketing An Facebook führt kein Weg vorbei

Der Tenor des landesweiten „Tag des Online-Marketing“ mit 19 Ausstellern, zahlreichen Vorträgen, Workshops und rund 450 Besuchern: Online-Marketing birgt gerade für lokale Anbieter riesige Chancen. Unter einer Voraussetzung.

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Von der Werbeagentur bis zum Medienhaus: 19 Aussteller dokumentierten in der gut besuchten Business-Lounge, dass Schleswig-Holstein in Sachen Online-Marketing jede Menge Kompetenz zu bieten hat.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Internet-Werbung? Die zahlt sich nur für größere Unternehmen aus. Facebook? Warum sollte das für die Pizzeria oder die Tischlerei um die Ecke ein großes Thema sein? Besucher, die trotz Vorurteilen dieser Art am Mittwoch zum zweiten landesweiten „Tag des Online-Marketing“ (TOM SH) in die Business-Lounge der Sparkassen Arena kamen, wurden zügig eines Besseren belehrt. Voraussetzung: Die Web-Präsenz ist vor allem zugeschnitten auf die rasant wachsende Zahl mobiler Nutzer.

Nein, eng ist es nicht auf den rund 600 Quadratmetern Messe-Fläche, aber stellenweise doch ganz schön gemütlich. An den Ständen der Aussteller herrscht konzentriertes Netzwerktreiben. Um die Kontaktaufnahme zu erleichtern, gibt es ein breites Angebot an Nervennahrung – vom Schokoriegel bis zur Naschitüte. „Wir sind von der Resonanz sehr angetan“, sagt Roman Spendler, als Vorstandsmitglied des Verbandes Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH) einer der Organisatoren von TOM. Eine Botschaft, die an diesem Tag unbedingt rüberkommen soll, lautet: Unternehmen, die ihre Web-Präsenz verbessern oder überhaupt erstmal aufbauen wollen, die müssen nicht südlich von Hamburg auf die Suche gehen, sondern finden in Schleswig-Holstein eine Vielzahl kompetenter Dienstleister – von der Marketingagentur bis zum Internet-Serviceprovider.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund 42 Millionen Smartphone-Besitzer gibt es bundesweit, durchschnittlich 140 mal am Tag schaut der Durchschnittsnutzer aufs Display. „Dieses Potenzial können auch kleine lokale Unternehmen nutzen, um Kunden anzulocken“, sagt Björn Tantau von Facelift, dem Anbieter einer Software-Lösung, mit deren Hilfe Unternehmen das Marketing auf sozialen Netzwerken auf einer Plattform bündeln können. Dabei ist Facebook mit seinen bundesweit 28 Millionen Nutzern trotz wachsender Konkurrenz noch immer das Maß aller Dinge. „Wer hier viele Likes sammelt, der wird auch von Google höher eingestuft.“ Die wachsende Zahl mobiler Internetnutzer biete gerade auch kleinen Geschäften vor Ort riesige Chancen. Der Einsatz von „local awareness adds“, also lokal zugeschnittener Werbung, sei eine gute Möglichkeit, um Kunden „einzufangen“, die sich gerade in der Nähe aufhalten.

Von Interessenten umlagert wird auch der Stand der Kieler Nachrichten, die TOM als Sponsor unterstützen. In ihrem Workshop informieren Julia Stary und Gina Fiedler aus dem Bereich „Digitale Medien“ wie Unternehmen potenzielle Kunden zwischen 15 und 25 am besten erreichen – die „Digital Natives“, eine Zielgruppe also, die mit dem Internet groß geworden ist. „Hier sind WhatsApp oder Instagram die spannenderen Themen, weil in dieser Gruppe die Facebook-Präsenz schon gar nicht mehr so hoch ist“, sagt Gina Fiedler, als Projektmanagerin zuständig für die Integration sozialer Medien in die Marketing-Strategien der Kunden.

Ein Handelsunternehmen reduziert die Anzahl der Warenrücksendungen, indem es die Ursachen für die Retouren aufdeckt. Eine Bank erstellt maßgeschneiderte Angebote, indem sie auf die wechselnden Lebensumstände ihrer Kunden flexibel eingeht – noch nie wussten Unternehmen so viel über ihre Kunden wie heute. Möglich macht das die massenhafte Erhebung von Daten. Damit „Big Data“ nicht zum teuren Bumerang wird, ist Philipp Herold beim TOM vertreten, der Unternehmen als externer Datenschutzbeauftragter zur Verfügung steht: „Denn das beste Online-Marketing hilft nicht, wenn es gegen Gesetze verstößt.“

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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