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Tag des offenen Hofes am Sonntag

Mit interaktiver Karte Tag des offenen Hofes am Sonntag

Der „Tag des offenen Hofes“ bietet Einblicke in das Leben der Landwirte in Schleswig-Holstein. Der Lindenhof in Preetz beteiligt sich schon seit 1999.

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Lotta (10), Lönne (7) und Josse (4) toben durch die Spargelfelder. Sie freuen sich schon auf das große Hoffest am Sonntag.

Quelle: Sonja Paar

Preetz. Bei Familie Donath-Totzke auf dem Lindenhof in Preetz geht es zu wie in einem Bienenstock. In der großen Scheune stellen Mitarbeiter Festzelt-Garnituren auf. Vorm Hof wird noch schnell eine Wiese gemäht, damit die Besucher dort am Sonntag parken können. Die Spargelmengen werden kalkuliert, die Wettervorhersage im Internet gecheckt. Und immer wieder wird telefoniert. „Wo bleibt das restliche Geschirr?“ „Weiß der Musikzug Bescheid?“ „Sind die Anhänger für die Treckerrundfahrten schon da?“ Ohne sein Handy wäre Landwirt Christoph Donath-Totzke (40) in all dem Chaos aufgeschmissen.

 „So ein Tag ist mit viel Arbeit verbunden“, sagt Christoph Donath-Totzke und nimmt sich eine Auszeit im Büro. „Nebenbei muss ja auch noch der normale Betrieb laufen.“ Seit 1999 präsentiert sich sein landwirtschaftlicher Betrieb beim „Tag des offenen Hofes“. „Man wächst mit seinen Aufgaben“, sagt der junge Agrarwissenschaftler, der in Osnabrück an der Fachhochschule studiert hat. Inzwischen ist so etwas wie Routine eingekehrt. „Angefangen haben wir mit Haushaltskaffeemaschinen und einen normalen Grill“, erinnert er sich schmunzelnd. „Da stießen wir schnell an unsere Grenzen.“ Nun gehören vier große Industriekaffeemaschinen und ein Profigrill zum Inventar des Lindenhofs. Die Anzahl der Helfer ist von 15 auf 35 gestiegen. Mit rund 5000 Besuchern wird gerechnet. „Vielleicht auch mehr. Denn das Wetter soll am Sonntag toll werden.“

In dieser interaktiven Karte finden Sie die Höfe aus der Region, die am Sonntag am Tag des offenen Hofes von 10 bis 16 Uhr teilnehmen:

 Warum er all die Arbeit auf sich nimmt? „Das ist eine super Werbung für die Landwirtschaft“, sagt er. Bitter nötig, gerade in Zeiten, in denen Milch- und Schweinebauern um ihre Existenzen bangen. „Das macht mich schon sehr nachdenklich, wenn eine ganze Branche den Bach runtergeht.“ Der Lindenhof selbst, der inzwischen in vierter Generation geführt wird, hat drei Standbeine. „Das gibt mir Sicherheit“, sagt Christoph Donath-Totzke, für den nie ein anderer Job infrage käme. „Ich liebe meinen Beruf. Jeder Tag ist anders.“ Auf 20 Hektar baut er Spargel an, auf acht Hektar Erdbeeren. Dazu kommen 40 Hektar von Flensburg bis Segeberg, auf denen Blumen zum Selbstpflücken wachsen. Die Tulpen sind fast durch. Jetzt kommen Gladiolen, Sonnenblumen und Dahlien. Nebenbei grasen noch ein paar Galloway-Rinder das ganze Jahr über auf dem Grünland rund um den Hof. Sein Vater Heiner Donath-Totzke (66), der 2008 den Hof an den Sohn überschrieb, hatte noch zusätzlich Kartoffeln und Getreide angebaut. „Das war aber nichts für mich“, so der Junior.

 Gleich will er noch mal schnell die Erdbeerfelder kontrollieren. „Die sind in diesem Jahr ein bisschen spät“, sagt der Landwirt. „Zur Not muss ich beim Kollegen einkaufen. Der hat Folientunnel. Da sind die Erdbeeren schon weiter.“ Auf Erdbeerkuchen, -bowle und -cocktails sollen die Besucher am Sonntag nicht verzichten müssen. Außerdem gibt es Spargel mit Schinken und Kartoffeln, Spargelsuppe, Waffeln, Grillfleisch. Die Preetzer Rassegeflügelzüchter, die Fußballriege des TSV und die Baseballer stellen sich vor. Kunsthandwerker sind dabei. Kutschfahrten, Bastelaktionen und Ponyreiten werden angeboten und Tochter Lotta (10) zeigt mit ihren Freundinnen Zirkuskunststücke. „Zweimal die Woche geht sie zum Kinderzirkus“, sagt Christoph Donath-Totzke. Auch die beiden Söhne Lönne (7) und Josse (4) werden kräftig mitmischen. „Die lieben das Fest.“ Nur Töchterchen Jelle, die vor eineinhalb Monaten geboren wurde, wird nicht viel vom Trubel mitbekommen. Die lässt sich lieber von Mama Birte (41) im Kinderwagen durch die Gegend schieben. Aber der Tag des offenen Hofes scheint auf dem Lindenhof ein Dauerbrenner zu sein. Da wird sie in Zukunft noch kräftig mitfeiern können.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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