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Tarifeinigung bei der Post

Streik wird beendet Tarifeinigung bei der Post

Der heftigste Tarifstreit bei der Post seit über 20 Jahren ist vorbei. Ab Montag arbeiten die Postler wieder normal. Es wird aber wohl noch Tage dauern, bis sie alle liegengebliebenen Sendungen befördert haben.

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Nach vierwöchigem Dauerstreik gibt es einen Tarifabschluss bei der Post.

Quelle: Caroline Seidel/dpa

Kiel. Die rund 140.000 Post-Beschäftigten erhalten dem Tarifabschluss zufolge zum 1. Oktober 2015 zunächst eine Einmalzahlung von 400 Euro. Anschließend bekommen sie zum 1. Oktober 2016 zwei Prozent und zum 1. Oktober 2017 dann noch einmal 1,7 Prozent mehr Geld. „Wir konnten ein Gesamtpaket vereinbaren, das unseren Mitarbeitern Sicherheit und Perspektive bietet sowie gleichzeitig künftiges Wachstum ermöglicht“, sagte Post-Personalchefin Melanie Kreis. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis nannte den Abschluss ein „umfassendes Sicherungspaket für die Beschäftigten“.

Die zum Jahresbeginn ausgegründeten Paketgesellschaften mit schlechterer Bezahlung werden nicht aufgelöst oder in den Haustarifvertrag aufgenommen. Die Post verpflichtet sich aber, ihre rund 7650 jetzigen Paketzusteller beim Mutterkonzern zu behalten. Nur neu eingestellte Beschäftigte können damit in die ausgegründeten Gesellschaften kommen.

Der Kündigungsschutz bei der Post wird zudem um vier Jahre bis Ende 2019 verlängert. Eine Vergabe von Brief- oder kombinierter Brief- und Paketzustellung an Fremdfirmen ist bis Ende 2018 ausgeschlossen.

Der Ausstand sorgte zuletzt zunehmend für Beschwerden von Kunden. Laut Angaben der Post kamen bundesweit 80 Prozent aller Briefe pünktlich an, regionale Angaben machte sie nicht. In Schleswig-Holstein werden normalerweise pro Woche gut 13,5 Millionen Briefe und 600.000 Pakete zugestellt, erklärte Gewerkschaftssekretär Thomas Ebeling. „Ich gehe davon aus, dass lediglich gut 20 Prozent ihre Empfänger erreicht haben.“

Die drei Briefzentren in Kiel, Lübeck und Elmshorn sowie das Paketzentrum in Neumünster wurden bestreikt. In Kiel-Wellsee wurden laut Verdi Zelte aufgestellt, in Lübeck eine alte Halle reaktiviert und ein früherer Möbelmarkt angemietet, um Briefe zu lagern. In Elmshorn liegen sie auf dem Gelände eines ehemaligen Reifenhändlers.

Insgesamt streikten laut Verdi in Schleswig-Holstein 1800 Beschäftigte. Unverständnis erntete die Post zunehmend dafür, dass einige Gegenden recht zuverlässig Post bekamen, andere hingegen gar nicht. Postsprecherin Maike Wintjen zufolge seien in den Bezirken mit noch hoher Zustellquote oftmals Beamte eingesetzt gewesen, die nicht streiken dürfen. „Wir können sie nicht zwingen, andere Touren zu übernehmen“, betonte sie.

Auch in der Poststelle der Christian-Albrechts-Universität in Kiel kamen 50 bis 60 Prozent weniger Briefe an als normal. Der Streik war vor allem für Studienanfänger ein Problem: Am Mittwoch der kommenden Woche endet die Bewerbungsfrist für zulassungsbeschränkte Studiengänge – eigentlich müssen bis zu diesem Datum auch alle nötigen Nachweise eingegangen sein. Die CAU hat diese Frist inzwischen bis 20. Juli verlängert.

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Ein Mitarbeiter der Deutschen Post demonstriert im Rahmen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi.

Nach vier Wochen Dauerstreik und einem harten Tarifkonflikt seit Ostern ist eine Einigung für die rund 140 000 Post-Beschäftigten deutlich näher gerückt. Post-Vertreter und die Gewerkschaft Verdi verhandelten am Freitag und Samstag in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) konstruktiv, wie Sprecher beider Seiten bestätigten.

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