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Jetzt drohen Warnstreiks

Tarifkonflikt Jetzt drohen Warnstreiks

Warnstreiks statt Verhandlungsfortschritt: Im Tarifkonflikt für die 2,14 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst erhöhen Verdi und Beamtenbund bundesweit den Druck, der ab Dienstag auch in Schleswig-Holstein deutlich spürbar sein wird.

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Der Tarifkonflikt erreicht den Norden: Hauptstreiktag soll der Donnerstag werden.

Quelle: Ralf Hirschberger

Kiel. Nach Informationen von KN-online werden beispielsweise am Donnerstag die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsämter zu Streiks aufgerufen – damit könnte die Schifffahrt auf dem Nord-Ostsee-Kanal für einen Tag lahmgelegt werden. „Das Arbeitgeberangebot ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“, sagt Karin Hesse, Verdi-Chefin vom Landesbezirk Nord. Auf diese Provokation gebe es nur eine Antwort: „Wir werden hier im Norden die gesamte Bandbreite des öffentlichen Dienstes mit seinen etwa 75 000 Beschäftigten in Warnstreiks rufen.“

 Die Arbeitgeber von Bund und Kommunen hatten nach der zweiten Verhandlungsrunde drei Prozent mehr Lohn für zwei Jahre geboten, die Gewerkschaften verlangen sechs Prozent mehr für ein Jahr. Als „Mogelpackung und Akt der Ignoranz“ bezeichnet Hesse die Arbeitgeber-Offerte „von faktisch weniger als zwei Prozent“, weil trotz steigender Steuereinnahmen und Haushaltsüberschüsse die Arbeitnehmer so einen Reallohnverlust hinnehmen müssten. „Wir müssen jetzt Gas geben, damit sich vor der nächsten Verhandlungsrunde etwas bewegt“, sagt Hesse.

 Gestreikt wird am Dienstag und Mittwoch in der Region Schleswig-Flensburg sowie an der Westküste, betroffen ist unter anderem das Kraftfahrtbundesamt. Der Donnerstag dürfte dann der vorläufige Hauptstreiktag in Schleswig-Holstein werden: Geplant sind zumeist ganztägige Aktionen in den Bereichen Kiel und Plön, Neumünster, Südholstein, Bad Oldesloe, Ostholstein, Lübeck, Schleswig, Flensburg, Pinneberg, Steinburg, Elmshorn sowie in der Region Westküste.

 Und auch am Dienstag, 26. April, müssen sich die Menschen in Kiel und Plön, Lübeck, Ostholstein und an der Westküste auf deutliche Einschränkungen einstellen. Jeweils am Tag zuvor wollen die Gewerkschaften informieren, welche öffentlichen Einrichtungen bestreikt werden, sagt ein Sprecher: „Kitas werden aber dieses Mal kein Schwerpunkt sein.“ Unter anderem sollen Beschäftigte von kommunalen Krankenhäusern, sozialen Diensten, Ver- und Entsorgungsbetrieben, Sparkassen und der Verwaltung zu Warnstreiks gerufen werden. Bundesweit soll es an diesem Donnerstag einen Schwerpunkt in den Krankenhäusern geben, sagte der Sprecher. Die Verhandlungen werden in Potsdam am 28. und 29. April fortgeführt, ein weiterer Termin steht noch nicht fest.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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