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Dicke Luft in den Backstuben

Tarifkonflikt in Schleswig-Holstein Dicke Luft in den Backstuben

Hängepartie bei den etwa 7000 Bäckerei-Beschäftigten in Schleswig-Holstein: Seit Juni warten sie darauf, dass sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag mit einer deutlichen Lohnsteigerung einigen. Doch die Fronten sind nach zwei Verhandlungsrunden verhärtet.

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Gute Croissants, gutes Geld: Die Bäcker im Norden wollen mehr verdienen.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. „Bislang haben die Arbeitgeber noch kein akzeptables Angebot vorgelegt“, sagt Finn Petersen. Der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Schleswig-Holstein Nord fordert rückwirkend zum 1. Juni ein Lohn-Plus von fünf Prozent für ein Jahr. Ein erfahrener Gesellen mit derzeit etwa 2300 Euro brutto hätte dann etwa 113 Euro brutto monatlich mehr im Portemonnaie, rechnet Petersen vor. „Viele Bäcker im Norden fragen sich, warum eine ähnlich deutliche Lohnerhöhung in anderen Bundesländern längst beschlossen ist – nur eben nicht in Schleswig-Holstein“, ergänzt Petersen.

Arbeitgebervertreter kritisieren Forderung als viel zu hoch

Für Heinz Essel von der Bäckerei- und Konditorenvereinigung Nord (BKV-Nord) ist dagegen klar: „Die Gewerkschaften schwimmen auf einer zu hohen Welle. Diese Forderung überschreitet alles, was wir uns leisten können.“ Für den BKV-Geschäftsführer steht die Planungssicherheit der mehr als 300 Betriebe im Norden im Vordergrund: „Wir streben einen Tarifvertrag mit mehr als vier Prozent über zwei Jahre an, von dem besonders die Bäckereifachverkäuferinnnen profitieren sollen, die bisher deutlich weniger als die Bäcker verdienen“, sagt Essel. Dennoch stehe fest: Die Mitarbeiter der Bäckerbranche „sollen gutes Geld verdienen.“

Trotz der harten Konkurrenz durch die Backstationen der Supermärkte und Discounter sei die Geschäftslage in der Branche durchaus zufriedenstellend, bis zu 20 Prozent des Umsatzes würde mit Gastronomieangeboten erzielt. „Dennoch dürfen wir die Betriebe nicht überfordern. Die Gewerkschaft muss auf dem Boden der Tatsachen bleiben, ansonsten werden wir wie schon vor zwei Jahren eine Tarifempfehlung an unsere Betriebe herausgeben“, sagt Essel.

NGG-Geschäftsführer Petersen hält dagegen: „Sollten die Arbeitgeber weiter auf stur schalten, werden wir den Druck erhöhen.“ Am kommenden Montag werden die Tarifverhandlungen in der dritten Runde in Hamburg fortgesetzt.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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