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Und wieder droht ein Kita-Streik

Tarifstreit Und wieder droht ein Kita-Streik

Die mehrwöchigen Kita-Streiks im vergangenen Jahr sind vielen Eltern noch in unguter Erinnerung. Doch nach der jüngsten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst müssen sich Eltern bereits in der kommenden Woche erneut auf Betreuungsengpässe einstellen, auch in Schleswig-Holstein.

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Im letzten Jahr ging es um Eingruppierungen, diesmal kämpfen die Kita-Beschäftigten um mehr Gehaltsprozente.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Kiel. Im Norden plant Verdi Aktionen an zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, von der Stadtverwaltung bis zu Müllabfuhr und Krankenhäusern. Zuerst sah es nach Fortschritten aus in der zweiten Runde – doch dann krachte es in Potsdam: Die Arbeitgeber boten drei Prozent mehr Lohn für zwei Jahre. Die Gewerkschaften hatten sechs Prozent mehr für ein Jahr verlangt. Eine Zumutung sei das Arbeitgeberangebot, sagt der Kieler DGB-Chef Frank Hornschu: „Der deutschen Wirtschaft geht es gut, die Steuereinnahmen sprudeln, da ist es mehr als legitim, die Leistung der Beschäftigten angemessen zu würdigen.“ Am 28. und 29. April sitzen die Kontrahenten erneut zusammen. Bis dahin will die Gewerkschaft mit Warnstreiks und Protestaktionen den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber erhöhen.

150000 wollen mehr Einkommen in Kiel-Region

Von den Angestellten bei Bund und Kommunen über die Metaller bis zu Bauindustrie und Bäckern: In der ersten Jahreshälfte geht es bundesweit um die Einkommen für rund 15 Millionen Arbeitnehmer, etwa 150000 davon leben in der DGB Kiel Region (Kiel, Neumünster, Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde). Mit ihrer „Allianz für verbesserte Einkommen“ wollen die Gewerkschaften auch in diesem Jahr die Kräfte bündeln, um den Arbeitgebern bessere Angebote zu entlocken. Noch liegen die Parteien mit ihren Vorstellungen weit auseinander. Das gilt auch für die Metall- und Elektroindustrie. Hier endet die Friedenspflicht am 29.April. Zuletzt hatten die Arbeitgeber ein Einkommensplus von 1,2 Prozent angeboten, worin allerdings 0,3 Prozentpunkte als Einmalzahlung enthalten sind – Zahlen, über die der Kieler IG-Metall-Chef Peter Seeger nur den Kopf schütteln kann: „Unsere Forderung von fünf Prozent ist angesichts der Wirtschaftslage absolut angemessen.“ Diese Einschätzung teilt auch Torsten Lange, Betriebsratsvorsitzender von Caterpillar in Kiel – obwohl der Motorenbauer mit seinen rund 1000 Beschäftigten aufgrund schwacher Auslastung Kurzarbeit einführen musste. Heute gehen die Verhandlungen im Bezirk Küste weiter.

Gegen Einkommensverluste bis zu 23 Prozent kämpfen derzeit die rund 160 Beschäftigten des Mercedes-Standortes Kiel, der von der Süverkrüp-Gruppe übernommen worden ist. Der bisherige Eigentümer Daimler hatte den Mitarbeitern bei der Überleitung in den Tarif des Kfz-Gewerbes Bestandsschutz zugesagt. Süverkrüp will nun nach Angaben der IG Metall weder dies gewähren noch eine Tarifbindung. In den kommenden Tagen sollen die Verhandlungen über einen Haustarifvertrag beginnen.

McDonald's hat jetzt auch Betriebsräte

Im Kampf um die Mitbestimmung in der Systemgastronomie kann die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) in Kiel einen wichtigen Erfolg verbuchen: Nach langem Ringen konnten in den fünf Filialen von McDonald’s in der Landeshauptstadt Betriebsräte gegründet werden – knapp 220 Beschäftigte haben damit eine Interessenvertretung. Beim Konkurrenten Burger King ist ein vergleichbarer Durchbruch nach Angaben von NGG-Nord-Geschäftsführer Finn Petersen nicht in Sicht: „Hier haben wir es mit einem Franchise-Nehmer zu tun, der mit Betriebsräten nichts zu tun haben will.“

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Tarife
Viele Beschäftigte aus Städten, die als Streikhochburgen galten, plädierten laut Verdi für eine Fortsetzung der Kita-Streiks.

So richtig gut findet man bei Verdi den Kompromiss im Kita-Tarifstreit nicht. Doch die Gewerkschaft will sich wohl damit zufrieden geben - und nicht für mehr Geld streiken.

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