16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Tarifverhandlungen für Metaller im Norden abgebrochen

Warnstreiks möglich Tarifverhandlungen für Metaller im Norden abgebrochen

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die norddeutsche Metallindustrie war sehr kurz und wurde schnell abgebrochen. Die Gräben sind tief. Nun bereiten sich die Tarifparteien auf Warnstreiks vor.

Voriger Artikel
Kritik an Kauder vom Koordinator für maritime Wirtschaft
Nächster Artikel
Goldener Handschlag für von Oesterreich?

Auszubildende der Metall- und Elektroindustrie präsentieren in Hamburg zum Beginn der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie den Arbeitgebern ihre Lebenskosten.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg. Die IG Metall Küste hat die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie im Norden nach nur einer halben Stunde abgebrochen. „Über ein Angebot von 0,9 Prozent mehr Geld und einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent brauchen wir gar nicht erst zu verhandeln“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken in Hamburg. „Wer so etwas vorlegt, will keine Verhandlungen, sondern provoziert die Beschäftigten.“

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte zuvor wie in den anderen Tarifbezirken 1,2 Prozent mehr Entgelt angeboten. Davon sollen 0,3 Prozent als Einmalzahlung gelten und nicht in die Tariftabellen übernommen werden. „Die Zeit für Höhenflüge ist vorbei“, sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch.

Nach einer unveröffentlichten Konjunktur-Umfrage des Verbandes hätten 41 Prozent der Unternehmen im Norden mit sinkenden Auftragszahlen zu kämpfen. Ein gutes Drittel der Betriebe schätze die Lage im kommenden halben Jahr als unbefriedigend oder schlecht ein, nur knapp die Hälfte als befriedigend. Rund ein Viertel der Unternehmen plane, die Zahl der Mitarbeiter zu verringern. „Auch vor diesem Hintergrund ist unser Angebot fair und vernünftig“, sagte Lambusch.

Die IG Metall Küste fordert für die rund 140 000 Beschäftigten in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt. Nach der kurzen Verhandlung stehen die Zeichen nun auf Warnstreiks. „Wenn die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde nicht kräftig nachlegen, sind Arbeitsniederlegungen unausweichlich“, sagte Geiken.

Die Tarifverhandlungen werden am 28. April in Lübeck fortgesetzt. An diesem Tag werden alle Tarifbezirke in Deutschland verhandeln. Um Mitternacht endet dann die Friedenspflicht und voraussichtlich beginnen die Warnstreiks — auch im Norden. Die Arbeitgeber haben mehrfach bekräftigt, dass sie bei diesen Tarifverhandlungen unter dem Ergebnis des Vorjahres von 3,4 Prozent bleiben wollen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Tarife
Metallarbeiter in einer Rohölverarbeitungsanlage: Die Metall-Tarifverhandlungen gehen in die zweite Runde.

In der Metall- und Elektronindustrie feilschen Arbeitgeber und IG Metall in NRW in der zweiten Runde über einen neuen Tarifvertrag. Ein erstes Angebot der Metallarbeitgeber ist möglich. Die Gewerkschaft droht schon mal mit Warnstreiks.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3